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Zahl des Monats August 2020 – Plattenepithelkarzinome

1.806

In Nordrhein-Westfalen wurden 2018 insgesamt 1.806 "Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung" als Berufskrankheitenverdachtsfälle gemeldet – damit setzt sich der Anstieg aus den letzten Jahren fort. Die lichtbedingte aktinische Keratose ist eine Vorstufe des weißen Hautkrebses. Sie wird durch UV-Strahlung verursacht. Deshalb haben gerade Beschäftigte, die viel Zeit im Freien verbringen, ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Im Gegensatz zu einem Sonnenbrand, der sofort spürbare Auswirkungen hat, bleiben die Schäden oft jahrelang unerkannt. Die Hautschädigung schreitet nur langsam voran und kann nach Jahren in ein Plattenepithelkarzinom übergehen. Dagegen hilft nur, die Haut konsequent zu schützen.

Im Jahr 2018 gab es 1.719 angezeigte Fälle der Berufskrankheit 5103 „Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung“ bei männlichen (+ 12,43 Prozent*) und 87 bei weiblichen Beschäftigten (+ 22,53 Prozent*). Insgesamt ist die Zahl der angezeigten Fälle um 13 Prozent gegenüber 2016 gestiegen. Die Hauterkrankung schafft es damit auch in diesem Jahr unter die Top 3 der am häufigsten angezeigten Berufskrankheiten in Nordrhein-Westfalen. Nur allgemeine Hauterkrankungen (z. B. Ekzeme) und Lärmschäden werden häufiger angezeigt.

Ein Zuviel an Sonne ist nicht gut: Die UV-Strahlung kann das Erbgut in den Hautzellen schädigen. Der Körper verfügt jedoch über Schutzmechanismen und Reparatursysteme, durch die sich die Haut wieder erholen kann. Ein Sonnenbrand tritt zum Beispiel auf, wenn diese Mechanismen akut überlastet sind. Wird die Haut dann einige Zeit vor der Sonne geschützt, verschwinden die Symptome wieder.

Bei längerfristigen Einwirkungen oder großen Mengen an UV-Strahlung reichen die körpereigenen Reparaturmechanismen irgendwann nicht mehr aus. Das veränderte Erbgut kann dann zu unkontrolliertem Zellwachstum führen, wodurch im schlimmsten Fall Krebs entsteht. Auf der Haut lassen sich diese Veränderungen im frühen Stadium oft nicht mit bloßem Auge erkennen. Bei welchen Anzeichen auf der Haut eine nähere Untersuchung sinnvoll ist, fassen die LIA.fakten – „Die ‚Schattenseite‘ der Sonne: Aktinische Keratose und Stachelzellkrebs durch natürliche UV-Strahlung.“ zusammen.


Der beste Schutz vor schädlichen Veränderungen durch UV-Strahlung: die Menge an Strahlung reduzieren, die auf die Haut trifft. Je nach Tätigkeit können Beschäftigte ihre Arbeit jedoch nur im Freien ausführen. Bestimmte Berufsgruppen, z. B. in der Landwirtschaft oder im Baugewerbe haben deshalb ein erhöhtes Risiko an aktinischer Keratose oder auch an einem Plattenepithelkarzinom zu erkranken. Trotzdem gibt es einige Möglichkeiten, sich vor der Sonne zu schützen:

  • Beschäftigte sollten Tätigkeiten an Arbeitsplätzen im Freien deshalb – wenn möglich – in den Schatten verlegen oder sie auf den (frühen) Morgen bzw. den (späten) Nachmittag verschieben, wenn die Sonnenstrahlung weniger stark ist.
  • Leichte Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, schützt. Shorts und ärmelfreie Shirts setzen die Haut dagegen großflächig der UV-Strahlung aus.
  • Freie Kopfhaut, Stirn sowie Nase und Ohren sind Stellen am Körper, die der Sonne vermehrt ausgesetzt sind. Ein Hut mit Krempe und ein Nackenschutz (z. B. in Form eines leichten Tuchs) helfen, diese Stellen zu schützen.
  • Für Hautflächen, die nicht durch Kleidung geschützt werden können und der Sonne ausgesetzt sind, ist die Verwendung von Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor zu empfehlen.