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Zahl des Monats September 2019 - Heller Hautkrebs

260.000

Aktuell werden in Deutschland jährlich ca. 260.000 Neuerkrankungen an hellem Hautkrebs gezählt  — Tendenz deutlich steigend. Um auf die Risiken aufmerksam zu machen, findet jedes Jahr am 13. September der Tag des hellen Hautkrebses statt. Heller Hautkrebs kann durch UV-Strahlung entstehen, die Strahlung kann das Erbgut in den Zellkernen schädigen. Wenn die Defekte vom „zelleigenen Reparaturdienst“ nicht mehr repariert bzw. beherrscht werden können, kann unkontrolliertes Zellwachstum die Folge sein, was im schlimmsten Fall Krebs bedeutet.

Nicht nur privat, auch an bestimmten Arbeitsplätzen verbringen Menschen viel Zeit im Freien und in der Sonne. Vor allem in den Monaten von Juni bis September und in den Stunden um die Mittagszeit kann ein zu geringer UV-Schutz gefährlich werden. Das gilt insbesondere für Menschen mit hellem Hauttyp und geschwächtem Immunsystem. Wirkungsvoller Sonnenschutz ist für Beschäftigte in „Outdoor-Berufen“, wie beispielsweise Dachdeckerinnen und Dachdecker, Gärtnerinnen und Gärtner sowie Beschäftigte im Forst- und Baugewerbe,  besonders wichtig. Jeder Sonnenbrand ist ein Sonnenbrand zu viel, denn die Haut vergisst nie.

Dabei ist es gar nicht so schwierig, sich vor der Sonne zu schützen:

  • Verinnerlichen Sie den Grundsatz „Meiden, Kleiden, Cremen“.
  • Ausgiebiges Sonnenbaden ist unbedingt zu vermeiden.
  • Beschäftigte an Arbeitsplätzen im Freien sollten möglichst im Schatten arbeiten oder die Arbeit in den (frühen) Morgen oder den (späten) Nachmittag verschieben.
  • Eine Kopfbedeckung ist notwendig, insbesondere bei unbehaarter Kopfhaut. Ein luftiger Hut deckt auch die Ohrmuscheln ab und ist deshalb besser geeignet als eine Cappy.
  • Lieber leichte arm- und beinlange Kleidung tragen, als die Haut großflächig  der prallen Sonne aussetzen. Das gilt auch bei körperlich schwerer Arbeit im Freien. Freier Oberkörper und Shorts sind nicht empfehlenswert.
  • Grundsätzlich ist für unbedeckte Körperstellen die Verwendung von Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor zu empfehlen, die idealerweise nicht nur vor UVB- sondern auch vor UVA-Strahlung schützt.
  • Und: Die Augen und deren Netzhaut mit einer Sonnenbrille schützen (UV-400 bzw. 100 Prozent UV-Schutz).

Heller Hautkrebs wird durch UV-Strahlung ausgelöst. Beim hellen bzw. weißen Hautkrebs unterscheidet man zwischen Basalzellkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen sowie deren Vorstufen, den aktinischen Keratosen. Bei weißem Hautkrebs handelt es sich zumeist um erworbene Zellschäden, die sich im Laufe des Lebens summieren. In deren Folge kann es zu einem unkontrollierten Zellwachstum kommen. Die Krankheit tritt besonders häufig im fortgeschrittenen Alter auf. Weißer Hautkrebs ist weniger aggressiv als der schwarze Hautkrebs (Malignes Melanom), tritt aber deutlich häufiger auf. 

Grundsätzlich kann der gesamte Körper von weißem Hautkrebs betroffen sein, bestimmte Hautstellen sind jedoch besonders gefährdet, die sogenannten Sonnenterassen: unbehaarte Kopfhaut, Stirn, Nase und Ohren. Sollten Sie auf der Haut Unregelmäßigkeiten, wie wächserne Knötchen, die in der Mitte einsinken und abwechselnd heilen und wieder bluten oder rötliche, fest haftende Rauigkeiten, ähnlich wie Sandpapier, feststellen, lassen Sie diese von einem Hautarzt überprüfen. Im Frühstadium ist weißer Hautkrebs gut behandelbar. Im Januar 2015 wurden „Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung“ unter der Ziffer 5103 in die Berufskrankheitenliste aufgenommen, unter bestimmten Voraussetzungen können sie als Berufskrankheit anerkannt und entschädigt werden.

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