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15.08.2019

Erholung und Arbeit im Gleichgewicht.

Wie der Urlaubseffekt nicht schon an der Bürotür endet.

Wandern in den Bergen, entspannen am Strand oder einfach im Garten die Seele baumeln lassen: Viele Beschäftigte nutzen die Zeit in den Sommerferien, um mal wieder richtig auszuspannen. Doch selbst der schönste Urlaub geht einmal zu Ende. Damit der Erholungseffekt im oft hektischen Büroalltag nicht gleich wieder verpufft, sollten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf ihre Erholungsbedürfnisse achten und sich auch im Alltag genügend Möglichkeiten schaffen, um die Batterien wieder aufzuladen. Gelingt das am Ende des Tages nicht, startet der nächste Arbeitstag schon etwas weniger leistungsfähig. Je öfter die Erholung vernachlässigt wird, desto mehr verstärkt sich dieser Effekt. Passend zum heutigen Tag der Erholung haben wir Ihnen dazu einige Tipps zusammengestellt.

Als wirksames Gegengewicht zum Alltagsstress muss Erholung als fortlaufender Prozess gesehen werden. Denn jeder Mensch verfügt nur über einen bestimmten Speicher an Energiereserven. Irgendwann ist dieser Speicher leer und muss wieder aufgeladen werden.

„Erholung ist die Basis für Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen und somit unabdingbar für den langfristigen Erhalt der Leistungsfähigkeit. Erholung sollte aber auch als „Gegenstrategie“ einer Arbeits- und Lebenswelt gesehen werden, die durch wachsende Arbeitsverdichtung, Hektik und Zeitdruck, ständige Kommunikation und private und berufliche Erreichbarkeit sowie durch „Freizeitstress“ geprägt ist“, erklärt Dr. Kai Seiler, Präsident des Landesinstituts für Arbeitsgestaltung (LIA.nrw). Dafür reicht es nicht aus, einmal für vier Wochen hintereinander  in Urlaub zu fahren und die restliche Zeit des Jahres durchzuarbeiten.

Je nachdem, wie stark die individuellen Belastungen aus Freizeit und Beruf nach der Rückkehr in den Berufsalltag wieder auf den Menschen einstürzen, desto schneller verflüchtigt sich auch der aus dem Urlaub mitgebrachte Erholungseffekt. Dazu kann die Lawine aus ungelesenen Emails im Posteingang beitragen, kurzfristige Projekttermine oder auch die Betreuung von Angehörigen in der Freizeit. Langfristig die richtige Balance zwischen Erholung und Arbeitsalltag zu finden ist deshalb wichtig, um gesund und zufrieden zu leben.

Um Erholungsdefizite zu erkennen, ist es wichtig die eigene Situation etwas genauer zu betrachten, beispielsweise mit Hilfe der Checkliste „Gut erholt?“ aus dem Erholungsleitfaden des LIA.nrw (S.5).

Eine Gebrauchsanweisung, die zu jedem Beschäftigten und zu jedem Arbeitsumfeld passt, können wir nicht geben, Denn Erholung fällt von Mensch zu Mensch unterschiedlich aus. Das Ziel ist aber immer gleich: die Rückgewinnung unserer verbrauchten Kräfte. Jede Menge Tipps, Handlungshilfen und Anregungen die sie dabei unterstützen, finden Sie in unserem Erholungsleitfaden „Richtig erholen – zufriedener arbeiten – gesünder leben“. Eine kleine Auswahl haben wir hier zusammengestellt.

1. Klare Grenzen zwischen Pausen und Arbeit ziehen
Nutzen Sie Pausen um Abstand von der Arbeit zu nehmen. Vereinbaren Sie zum Beispiel mit den Kolleginnen und Kollegen, dass beim Mittagessen nicht über arbeitsrelevante Themen gesprochen wird. Ist das nicht möglich, kann auch ein Spaziergang an der frischen Luft oder etwas Zeit mit Musik im Ohr helfen, den Kopf wieder frei zu bekommen und gut erholt den weiteren Arbeitstag zu meistern.

2. Zeit für sich selbst nehmen
“Kannst du noch mal eben…?“ oder „Dauert auch nicht lang…!“ wahrscheinlich haben Sie diese oder ähnliche Sätze auch schon gehört. Auch wenn Sie für Ihre Familie, die Partnerin oder den Partner, Freunde oder Bekannte da sein wollen, schauen Sie in sich hinein und prüfen Sie, ob Ihr Verhalten nicht dazu führt, dass Sie Ihr eigenes Bedürfnis auf Erholung vernachlässigen. Damit gewinnt am Ende niemand. Sie dürfen auch mal Nein sagen.

3. In der Freizeit das Gegenteil vom Beruf machen
Nutzen Sie ihre Freizeit als Ausgleich zum Arbeitsalltag. Beschäftigte, die bei der Arbeit viel am Schreibtisch zu tun haben, kann es zum Beispiel gut tun, sich nach der Arbeit zu bewegen, z. B. einen Spaziergang zu machen oder Schwimmen zu gehen. Jemand, der den ganzen Tag stark körperlich arbeitet, hilft es dagegen vielleicht gut ein Buch zu lesen. Wichtig ist nur tun Sie Dinge, die Ihnen Spaß machen und die Ihnen gut tun.

Noch mehr Tipps und Anregungen, um gut erholt wieder in den Arbeitsalltag zu starten, finden Sie auf unserer Themenseite Arbeit und Erholung.  Für die Pflegebranche,  das Gastgewerbe und Handwerksbetriebe haben wir außerdem interessante Kapitel aus der Handlungshilfe "Kein Stress mit dem Stress" für Sie zusammen gestellt. Sie haben eine Frage zur Erholung, die sich auf Ihren individuellen Arbeitsalltag bezieht? Dann helfen Ihnen die Expertinnen und Experten bei KomNet weiter.