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18.12.2019

LIA.transfer 8

Vielfalt in einer modernen Arbeitswelt – gesund und sicher gestaltbar?!

Wie die Gesellschaft wird auch unsere Arbeitswelt immer bunter. Doch wo steht hier der Arbeits- und Gesundheitsschutz? Welche Chancen bietet Vielfalt für die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz? Und welche Aufgaben und Herausforderungen ergeben sich durch eine vielfältige Belegschaft? Das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung (LIA.nrw) ist diesen Fragen gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft nachgegangen. Die Ergebnisse werden in der neuen Publikation „LIA.transfer 8. Vielfalt in einer modernen Arbeitswelt – gesund und sicher gestaltbar?!“ vorgestellt.

Anforderungen einer bunten Gesellschaft an gesunde Arbeitsgestaltung

Die Bedeutung gesunder und gesunderhaltender Arbeitsbedingungen nimmt angesichts des Fachkräftemangels, der längeren Lebensarbeitszeiten und alternder Belegschaften zu — aktuell ist beispielsweise mehr als jede dritte erwerbsfähige Person älter als fünfzig Jahre. Vielfalt – oder auch „Diversity“ – bezeichnet allerdings nicht nur die Dimensionen die statistisch erfasst werden und sichtbar sind. „Wir alle verfügen über individuelle Voraussetzungen, Erfahrungen und Fähigkeiten – und bringen diese auch mit an den Arbeitsplatz“, erklärt Dr. Kai Seiler, Präsident des LIA.nrw, „dieser Vielfalt in der Arbeitswelt müssen wir uns bewusst werden und im Arbeits- und Gesundheitsschutz berücksichtigen, um so Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten gesunderhaltend zu gestalten.“

Das Landesinstitut hat daher Prof. Dr. Gudrun Faller und Jennifer Becker von der Hochschule für Gesundheit unter Mitarbeit von Prof. Dr. Christiane Falge beauftragt, eine Expertise zu erstellen. Sie befasst sich mit den Auswirkungen von Vielfalt auf Sicherheit und Gesundheit in der Arbeitswelt und auf die beteiligten Akteurinnen und Akteure. Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie zwischen den Geschlechtern werden darin deutlich. Frauen arbeiten beispielsweise häufiger in atypischen Beschäftigungsverhältnissen als Männer. Auch die Differenzen bei den Maßnahmen des Arbeitsschutzes sowie beim Gesundheitszustand werden dargestellt. Außerdem weist die Expertise auf Handlungsbedarfe und offene Forschungsfragen hin.

Neue Chancen und Aufgaben für den Arbeits- und Gesundheitsschutz

In der LIA.transfer werden darüber hinaus Standpunkte zur Vielfalt in der Arbeitswelt aus Industrie-, Wissenschafts- und Gewerkschaftssicht vorgestellt. Auch erhalten Leserinnen und Leser Einblicke in die Praxis mit Beiträgen zur Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit im Arbeits- und Gesundheitsschutz und zum Thema präventive Tätigkeitswechsel zum Erhalt der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit. Das Praxisbeispiel „Inklusionsbetrieb“ sowie konkrete Instrumente und Handlungshilfen zeigen außerdem, wie bunte Belegschaften funktionieren und unterstützt werden können. „Am Anfang stand die Frage, wie Vielfalt in einer modernen Arbeitswelt sicher und gesund gestaltbar ist. Dass dies möglich ist, zeigen die Beiträge in diesem Band“, so Dr. Seiler, „Vielfalt im Arbeits- und Gesundheitsschutz zu berücksichtigen, ist kein notwendiges Übel und auch keine bloße attraktivitätssteigernde Maßnahme, sondern es gilt der Auftrag des Arbeitsschutzgesetzes, Arbeit ‚menschengerecht‘ zu gestalten und als einen inklusiven Bestandteil allen betrieblichen und überbetrieblichen Handelns mit Leben zu füllen. Dabei wollen wir die verschiedenen Agierenden im Arbeitsschutz begleiten und unterstützen!“

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