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30.04.2021

Verbundprojekt

Chronisch erkrankte Menschen in der Arbeitswelt

Etwa jede dritte bzw. jeder dritte Erwerbstätige in Deutschland ist chronisch krank1. Das neue Verbundprojekt „Chronisch erkrankte Menschen in der Arbeitswelt (ChronMA)“ soll das Bewusstsein für die Herausforderungen dieser Menschen im Arbeitsalltag stärken, bei der Inklusion von chronisch kranken Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den Betrieben helfen sowie Unterstützungsangebote für den Berufsalltag fördern. Als Kooperationspartner unterstützt das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.nrw) das Projekt im Bereich gesunde Arbeitsgestaltung und betrieblicher Arbeitsschutz. Koordiniert wird ChronMA von der Aidshilfe NRW e.V..

Präventive Arbeitsgestaltung und betrieblicher Arbeitsschutz können dazu beitragen, dass chronisch erkrankte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer langfristig ihren Tätigkeiten nachgehen können und dass sich sowohl ihre Teilhabechancen als auch ihre Lebensqualität erhöhen. Besonders wichtig ist dieser Weg für die betriebliche Fachkräftesicherung. Doch bisher werden die Potentiale betrieblicher Prävention nicht im vollen Umfang genutzt. Das LIA.nrw plant, für die betrieblichen Arbeitsschutzakteurinnen und -akteure Handlungshilfen zur Förderung der langfristigen und gesundheitsgerechten Beschäftigung chronisch erkrankter Menschen zu entwickeln und für Beschäftigte Informationen zu den Unterstützungsmöglichkeiten durch den betrieblichen Arbeitsschutz bereitzustellen.

"Ich freue mich sehr, dass wir uns im Projekt ChronMA 'Chronisch erkrankte Menschen in der Arbeitswelt' gemeinsam mit kompetenten und erfahrenen Projektpartnerinnen und -partnern mit dem Thema befassen. Unser Ziel ist es, das Bewusstsein für diese Herausforderungen zu wecken und die Handlungsfähigkeit der Arbeitsschutzakteurinnen und -akteure zu stärken“, sagt Dr. Kai Seiler, Präsident des LIA.nrw.

"Damit chronisch erkrankte Menschen langfristig am Erwerbsleben teilnehmen können, sind Sensibilität für ihre Bedarfe, Handlungsbereitschaft der betrieblichen Akteurinnen und Akteure sowie passende Unterstützungsangebote für alle Beteiligten besonders wichtig", so der promovierte Arbeitspsychologe. "Betriebliche Arbeitsgestaltung und moderner Arbeitsschutz können und müssen dazu ihren Beitrag leisten.“

Das LIA.nrw ist Kooperationspartner im Projektverbund „Chronisch erkrankte Menschen in der Arbeitswelt“. Die Koordination des Projekts liegt bei der Aidshilfe NRW e.V.. Gefördert wird es vom BKK Dachverband e.V.. Neben drei großen Selbsthilfeorganisationen – Aidshilfe NRW e.V., Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V. und Deutsche Rheuma-Liga Nordrhein-Westfalen e.V. – sind der Lehrstuhl für Arbeit und berufliche Rehabilitation der Universität Köln und das Forschungsbüro für Arbeit, Gesundheit und Biographie Bremen als Wissenschaftspartner beteiligt. Das Projekt läuft vom 1. November 2020 bis voraussichtlich zum 31. Dezember 2022.

Weitere Informationen


1 Robert Koch-Institut (Hrsg) (2014) Chronisches Kranksein.
Faktenblatt zu GEDA 2012: Ergebnisse der Studie
„Gesundheit in Deutschland aktuell 2012“
RKI, Berlin. www.rki.de/geda (Stand: 17.02.2021)