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1906_Unterweisung_Zufriedenheit
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Zahl des Monats Juni 2019 - Zufriedenheit Arbeitsschutzunterweisung

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9 von 10 abhängig Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen, die zu Themen des Arbeitsschutzes unterwiesen werden, empfinden die vermittelten Informationen als verständlich1. Verbesserungspotenzial sehen die restlichen zehn Prozent der Unterwiesenen beispielsweise beim Praxisbezug der Unterweisungen, einem zu geringen Umfang oder zu einseitigen Inhalten.

Vermittlung von Informationen zum Arbeitsschutz

In der Beschäftigtenbefragung 2018 geben 77 Prozent2 der abhängig Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen an, dass sie in ihrem derzeitigen Betrieb zu Arbeitsschutzthemen unterwiesen werden. Unterweisungen führen  Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber oder Sicherheitsbeauftragte durch. Lediglich jede bzw. jeder zehnte Beschäftigte gab an, die Inhalte der Arbeitsschutzunterweisung nur teilweise oder gar nicht verstanden zu haben. Als häufigste Gründe nannten die Befragten, dass die vermittelten Informationen zu kompliziert, zu theoretisch oder zu unverständlich seien. Verbesserungspotenzial sahen sie außerdem bei unzureichenden, zu oberflächlichen oder zu einseitigen Arbeitsschutzinformationen bei der Unterweisung.

Kritik an der Verständlichkeit bei der Vermittlung von Informationen zum Arbeitsschutz, Beschäftigtenbefragung NRW 2018, LIA.nrw, n=157

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Die Arbeitswelt ist sehr vielfältig. Um Beschäftigte vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Unfällen zu schützen, ist der betriebliche Arbeitsschutz entscheidend. Die Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber muss zum Beispiel Vorkehrungen für besonders gefährliche Arbeitsbereiche und -Situationen treffen. Gerade die Arbeitsschutzunterweisung ist dabei ein wichtiges Instrument. Sie sollte für alle Beschäftigten zugänglich und verständlich sein.

Arbeitsschutzgesetz  und Gefährdungsbeurteilung

Das Arbeitsschutzgesetz ist in Deutschland seit mehr als zwanzig Jahren in Kraft. Es dient als wichtigste Grundlage für den betrieblichen Arbeitsschutz in Deutschland. Es verpflichtet die Arbeitgeberin bzw. den Arbeitgeber dazu,

  • Gesundheitsgefährdungen am Arbeitsplatz zu beurteilen,
  • über Schutzmaßnahmen zu entscheiden,
  • Schutzmaßnahmen umzusetzen und
  • auf ihre Wirksamkeit zu prüfen.

Prävention und eine ganzheitlichen Betrachtung stehen im Vordergrund, deshalb müssen Arbeitgebende für eine funktionierende Arbeitsschutzorganisation im Betrieb sorgen. Beschäftigte müssen über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit unterwiesen werden. Seitdem das Gesetz in Kraft getreten ist, ist auch die Gefährdungsbeurteilung Pflicht (ArbSchG §5). Denn nur wer die Gefahren im eigenen Betrieb kennt, kann die notwendigen und angemessenen Maßnahmen zur Sicherheit und Förderung des Gesundheitsschutzes seiner Beschäftigten treffen.

Konkretisiert wird das Arbeitsschutzgesetz durch eine Reihe von Arbeitsschutzverordnungen, die zum Beispiel Maßnahmen für eine sichere Arbeitsstätten- und Arbeitsplatzgestaltung oder den Lärmschutz enthalten.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen zum Arbeitsschutz und zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung finden sich unter anderem hier:


1 Beschäftigtenbefragung NRW 2018, LIA.nrw, n=1.540, Fragestellung: „Werden die Informationen zu Arbeitsschutzthemen aus Ihrer Sich für Sie und Ihre Kollegen bzw. Kolleginnen verständlich vermittelt? (1) Ja, (2) Teils-Teils, (3) Nein“; Falls (2) oder (3): „Warum wurden die Informationen zum Arbeitsschutz aus Ihrer Sicht nicht verständlich genug mitgeteilt?“

2 Beschäftigtenbefragung NRW 2018, LIA.nrw, n=2.001, Fragestellung: „Werden Sie von ihrem derzeitigen Arbeitgeber oder Sicherheitsbeauftragten zu Arbeitsschutzthemen wie z. B. Betriebsanweisungen sowie anderen Maßnahmen zur Förderung und Sicherung Ihrer Gesundheit unterwiesen? (1) Ja, (2) Nein“