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1808_1079_aktinische_Keratose
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Zahl des Monats August 2018 - BK 5103

1.079

Im Januar 2015 wurden „Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung“ unter der Ziffer 5103 in die Berufskrankheitenliste aufgenommen. Mit 1.079 Fällen lagen sie im Berichtsjahr 2016 auf Rang 2 der häufigsten anerkannten Berufskrankheiten in Nordrhein-Westfalen. Zur Anerkennung einer Erkrankung als Berufskrankheit müssen sowohl die arbeitsmedizinischen als auch die arbeitstechnischen Voraussetzungen erfüllt sein.

Die Anerkennung einer Berufskrankheit nach Ziffer 5301 setzt aus arbeitsmedizinischer Sicht voraus, dass bei der oder dem Versicherten ein Plattenepithelkarzinom oder multiple aktinischen Keratosen diagnostisch gesichert sind. Multipel bedeutet hier, dass mehr als fünf Keratosen pro Jahr auftreten oder diese typischen Hautveränderungen eine zusammenhängende Fläche von mehr als vier Quadratzentimeter ausmachen.


Die 5 häufigsten anerkannten Berufskrankheiten in Nordrhein-Westfalen (2016)

Rang

Berufskrankheiten

BK-Nr.

Anerkannte Fälle von Berufskrankheiten




Anzahl

in % aller Fälle

1

Lärmschwerhörigkeit

2.301

1.730          

 29,2         

2

Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung

5.103

1.079          

 18,2         

3

Asbestose

4.103

 650          

 11,0         

4

Silikose

4.101

 341          

 5,8         

5

Mesotheliom (Asbest)

4.105

 331          

 5,6         

Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), Landwirtschaftliche Sozialversicherung (LSV)

Da Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinischen Keratosen auch ohne berufliche UV-Belastung entstehen können, ist es für eine Anerkennung als Berufskrankheit erforderlich, dass sich das Erkrankungsrisiko durch die versicherte Tätigkeit verdoppelt. Diese Regel basiert auf statistischen Erhebungen und wird durch Erfahrungswissen gestützt. In der Praxis bedeutet das, dass eine Anerkennung der arbeitstechnischen Voraussetzungen möglich wird, wenn bei Diagnosestellung die Lebens-UV-Dosis von beruflich Exponierten die Lebens-UV-Dosis von beruflich Nicht-Exponierten um 40% überschreitet.

 Dieser Wert wird durch die Präventionsdienste der Unfallversicherungsträger anhand verschiedener Faktoren, wie etwa den Beschäftigungsverhältnissen, den tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten und den Expositionssituationen (wozu z. B. auch das Tragen von Schutzkleidung gehört) in versicherten Zeiten, genau ermittelt.

Zum Beispiel könnte ein heute 50-jähriger Straßenbauer, der ca. 15 Jahre in seinem Beruf oder einem Beruf mit gleicher oder höherer UV-Expositionsdosis gearbeitet hatte und bei dem ein Plattenepithelkarzinom oder multiple aktinischen Keratose diagnostiziert wurden, mit einer Berufskrankheiten-Anerkennung rechnen. - Die genauen Gegebenheiten müssen jedoch in jedem konkreten Einzelfall geprüft werden.