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1Mio_Hand-Arm-Vibration
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Zahl des Monats Juli 2017 - Vibrationen

1 Million

Schätzungen zufolge sind in Deutschland ca. 1 Million Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Hand-Arm-Schwingungen durch Vibrationen ausgesetzt. Vibrationen sind mechanische Schwingungen, die zumeist von kraftbetriebenen Maschinen ausgehen. Werden die Schwingungen, wie z. B. bei einer Motorkettensäge oder einem Elektromeißel, über die Hände in den menschlichen Körper eingeleitet, so spricht man von Hand-Arm-Schwingungen.

Belastungen und Beanspruchungen durch Hand-Arm-Schwingungen kommen in der Bauwirtschaft sowie in der Metall- und Holzverarbeitung besonders häufig vor. Vibrationsquellen sind vor allem Meißelhämmer, Schleifmaschinen, Abbruch- und Bohrhämmer, Motorkettensägen sowie Stampfer und Rüttelplatten.

Langjährige Vibrationsbelastungen, egal ob im hohen oder im tiefen Frequenzbereich, können in Kombination mit hoher Vibrationsintensität schwere Folgen haben. Der hohe Frequenzbereich kann anfallsartige Durchblutungsstörungen der Finger auslösen, die als „Vibrationsbedingtes Vasospastisches Syndrom“ (Weißfingerkrankheit) bezeichnet werden. Das Krankheitsbild zwingt in der Regel zur Aufgabe der Tätigkeit und kann als Berufskrankheit (BK-Nr. 2104) anerkannt werden. Der tiefere Frequenzbereich kann durch die Wirkung der Druck- und Zugkräfte das Hand-Arm-System schmerzhaft schädigen und nicht reparable Veränderungen verursachen. Das Krankheitsbild kann zur Arbeitsunfähigkeit führen und als Berufskrankheit (BK-Nr. 2103) anerkannt werden. Um den Erkrankungen vorzubeugen, ist es notwendig, sich an die geltenden Arbeitsschutzvorschriften zu halten.