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1805_Pflege
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Zahl des Monats Mai 2018 - Belastungen in der Pflege

47 %

47 %1 der Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen aus dem Bereich Pflegen, Heilen und Betreuen halten es für eher unwahrscheinlich bzw. sehr unwahrscheinlich, dass sie ihre derzeitige Arbeit auch in den nächsten Jahren ausüben können. Als Grund geben sie ihre gesundheitliche Entwicklung in den letzten fünf Jahren an. Durchschnittlich 30 %1 der Beschäftigten aus anderen Branchen sagen, dass sie es für unwahrscheinlich halten, ihre jetzige Arbeit auch in den nächsten Jahren ausüben zu können.

Die Tätigkeit des Pflegens, Heilens und Betreuens umfasst die Versorgung und Betreuung von Menschen oder Gruppen aller Art, in allen Phasen des Lebens, egal ob krank oder gesund. Der Alltag einer Pflegekraft ist anstrengend und belastend. Neben Angst vor der Infektionsgefahr durch Mikroorganismen, kommt der Umgang mit verschiedenen Kundinnen und Kunden sowie Patientinnen und Patienten hinzu, die meist unter hohem Zeitdruck gepflegt oder betreut werden müssen. Zudem scheinen hohe Verantwortung und das Erledigen verschiedener Aufgaben belastend für die Beschäftigten zu sein, ebenso wie die Unvorhersehbarkeit der Arbeitseinsätze - was die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erschwert. Direkte körperliche Folgen ergeben sich unter anderem durch die schwere körperliche Arbeit im Umgang mit den zu behandelnden, zu pflegenden und zu betreuenden Personen.

1805ZdM-Pflege-Diagramm
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Bedingt durch den demografischen Wandel und eine immer höher werdende Lebenserwartung erschwert die steigende Anzahl an pflegebedürftigen Menschen zusätzlich die Arbeit der Beschäftigten. Im Dezember 2015 zählt die Pflegestatistik 638.1002 pflegebedürftige Menschen im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (elftes Buch Sozialgesetzbuch). Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg um 9,7%2 und die Vorausrechnung für das Jahr 2055 prognostiziert eine Zahl von 947.0003 pflegebedürftigen Personen.

Um die Situation der Beschäftigten zu verbessern, könnte sowohl eine bessere Gestaltung der Arbeitsbedingungen zu einer Reduzierung der psychischen und physischen Belastungen der Beschäftigten führen als auch die Einstellung zusätzlichen Personals.

Weitere Informationen:

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1 Beschäftigtenbefragung NRW 2016, LIA.nrw

Zahl der Pflegebedürftigen in NRW um 9,7 Prozent gestiegen, IT.NRW

3 Zahl der Pflegebedürftigen in NRW um 9,7 Prozent gestiegen, IT.NRW, unter der Annahme, dass die durchschnittlichen Pflegequoten aus den Jahren 2011 und 2012 in Zukunft unverändert bleiben