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Zahl des Monats November 2019 – Inklusion

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Menschen mit einer Behinderung nehmen jährlich im Schnitt an zwei Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung teil. Unterschiede bei der Teilnahme gibt es damit zwischen Menschen mit und ohne Behinderung nicht*. Zum Beispiel lässt sich eine sehr ähnliche Teilnahme an Angeboten von Gesundheitschecks und Vorsorgen, Förderung der körperlichen Aktivität, Bewegungssteigerung sowie Gesundheitszirkeln, Gesprächskreisen und Mitarbeiterbefragungen erkennen.

Allen Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen stehen im Durchschnitt drei Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) in ihrem Unternehmen zur Verfügung. Solche Maßnahmen zielen z. B. auf die Förderung von einer gesunden Ernährung ab, auf die Suchtprävention oder Möglichkeiten der Stressbewältigung. BGF-Maßnahmen tragen dazu bei, chronische Erkrankungen zu verhindern und die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten.

Es lässt sich zwar kein Unterschied bezüglich der durchschnittlichen Teilnahme an BGF-Maßnahmen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung feststellen, allerdings bewerten Beschäftigte mit Behinderung die Maßnahmen in ihren Organisationen durchwegs negativer. Dies deutet darauf hin, dass die Maßnahmen eventuell nicht bedarfsgerecht und zu wenig auf Menschen mit verschiedenen Einschränkungen ausgerichtet sind. Das bedeutet, dass zum Beispiel Sportangebote so gestaltet sind, dass ein Mensch mit körperlichen Beeinträchtigungen nur eingeschränkt teilnehmen kann. Oder es wird ein Vortrag mit vielen Visualisierungen gehalten, dem ein/e Sehgeschädigte/r nur schwer folgen kann. Hier fehlt die Passgenauigkeit der Maßnahmen auf die speziellen Bedürfnisse der Menschen. Diese Passgenauigkeit und die daraus folgende Teilnahmemotivation und Wirksamkeit ist nicht nur für Menschen mit Behinderungen wichtig, sondern sollte bezüglich der gesamten Vielfalt der Belegschaften bei der Maßnahmenplanung verstärkt beachtet werden.

Acht Prozent der abhängigen Erwerbstätigen in NRW weisen eine Behinderung auf. Diese kann viele verschiedene Formen und Ausprägungen haben. Beispielweise eine Seheinschränkung, die Folgen einer überstandenen Krebserkrankung, Rheuma oder Depressionen. Rund 53 Prozent dieser Personen sind schwerbehindert, d. h. sie besitzen einen Grad der Behinderung ab 50**.