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14.04.2018

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V.

Gesundheitsgefahren durch Blei am Arbeitsplatz

Berufskrankheiten durch eine Vergiftung mit Blei oder Bleiverbindungen werden nur noch selten an die zuständigen Stellen gemeldet. Trotzdem existieren weiterhin Arbeitsplätze, an denen Beschäftigte mit dem giftigen Schwermetall arbeiten und in Kontakt kommen. Eine gute Vorsorge beinhaltet arbeitsmedizinische Untersuchungen, inklusive Biomonitoring.

Durch Verbesserungen im Arbeitsschutz und technologische Weiterentwicklungen spielen Erkrankungen durch Blei oder Bleiverbindungen als Berufskrankheit zwar keine große Rolle mehr, dennoch bestehen ernstzunehmende Gesundheitsgefahren. Vor allem wenn Blei in metallischer Form direkt gesägt, geschliffen oder poliert wird, wie beispielsweise beim Abbürsten und Abbrennen bleihaltiger Korrosionsschutzanstriche auf Eisenträgern. Durch Staubbelastung auf Baustellen können auch Beschäftigte betroffen sein, die nicht direkt mit dem Metall arbeiten. Wenn Blei in Form von Stäuben, Dämpfen oder Rauchen auftritt, kann dies für die Gesundheit gefährlich werden. Bei langfristiger Belastung können Abgeschlagenheit, Appetitmangel, chronischen Darmbeschwerden, Bauchschmerzen, Anämie (Blutarmut) oder einer Schädigung des Nervensystems die Folge sein. Blei ist außerdem als reproduktionstoxisch eingestuft – also schädigend für die Fortpflanzungsfähigkeit und pränatale Entwicklung.


Wie können diese Belastungen verhindert werden? Zunächst sollte im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung geprüft werden, ob der Einsatz von Blei oder bleihaltigen Verbindungen durch eine Änderung des Arbeitsverfahrens komplett vermieden werden kann. Ist das nicht möglich, müssen technische Maßnahmen am Arbeitsplatz wie geschlossene Systeme oder Absaugeinrichtungen umgesetzt werden. Gegebenenfalls ist das Tragen von Schutzkleidung und Atemschutz notwendig sowie die spezielle Reinigung der Arbeitskleidung. Besonders wichtig ist die sorgfältige Arbeitshygiene: Essen, Trinken und Rauchen in Arbeitsbereichen sind tabu. Zudem sollte auf eine strikte Trennung von Arbeits- und Pausenbereichen geachtet werden. Außerdem kann eine entsprechende arbeitsmedizinische Vorsorge dazu beitragen, frühzeitig einer chronischen Bleibelastung vorzubeugen. Sinnvoll ist das Biomonitoring, mit dem die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt genaue Hinweise über die individuelle Belastungssituation erhält und Schadstoffe im Körper quantitativ nachweisen kann. Dadurch ist sie oder er in der Lage, zu gezielten Maßnahmen bzw. Standards der allgemeinen Arbeitshygiene zu beraten und wertvolle Präventionsarbeit zu leisten.

Der Artikel „Gesundheitsgefahren durch Blei“ in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Umweltmedizin“ (ASU) informiert noch ausführlicher über Bleibelastung.