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10.07.2018

Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen

Gesund arbeiten im Zeitalter der Digitalisierung

Neue Technik kann die Arbeit erleichtern – oder aber mehr Zeitdruck, Belastung und Kontrolle von oben verursachen. Das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat untersucht, wie sich die Einführung neuer Steuerungssysteme und digitaler Werkzeuge auf die Gesundheit auswirkt und wie verschiedene Beschäftigtengruppen – Angelernte, qualifizierte Fachkräfte und Wissensarbeitende – damit umgehen. Die Ergebnisse können im IAQ-Report "Gesund arbeiten im Zeitalter der Digitalisierung. Wo liegen die Arbeitsgestaltungspotenziale aus Sicht von Beschäftigten und Unternehmensvertretern?" nachgelesen werden.

Wie die Fallstudien aus fünf Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie zeigen, gehen unzulängliche Einarbeitungszeiten und zu enge Terminplanungen oft auf die Gesundheit: 28 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen die Arbeit ständig über den Kopf wachse. Demgegenüber gehören Angelernte nicht wie vermutet zu den „Digitalisierungsverlierern“. Sie hatten bei der Maschinenbedienung zwar vergleichsweise wenig Gestaltungs- und Zeitspielräume, konnten dafür aber auf hohe soziale Unterstützung und Kooperation im Kollegenkreis zurückgreifen.

„Eine zu knapp bemessene Personaldecke stellt überall ein erhebliches Risiko für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Beschäftigten dar“, stellt IAQ-Projektleiterin Dr. Anja Gerlmaier fest. Damit steige die Gefahr, sich dauerhaft zu verausgaben; die Zeitreserven, die im Arbeitssystem für Erholung, Qualifizierung und Kooperationsmöglichkeiten vorgesehen sind, können nicht genutzt werden. „Hier besteht ein erheblicher Handlungsbedarf, um angesichts demographischer Umwälzungen und des Fachkräftemangels das Wohlbefinden von Beschäftigten zu erhalten und zu fördern.“

Die Untersuchung zeigte allerdings auch, dass die betrieblichen Akteurinnen und Akteure selbst einen substanziellen Einfluss auf eine gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung haben. Insbesondere, wenn Führungskräfte und Arbeitsschutzbeauftragte hierbei ausreichend kompetent sind, wirkt sich das günstig für die Beschäftigten aus.

(Pressemitteilung Universität Duisburg-Essen)