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25.07.2019

DAK-Psychoreport 2019

Anstieg der Fehltage wegen psychischen Erkrankung

Die Ergebnisse des Psychoreports 2019 der DAK-Gesundheit liegen vor: Wegen einer psychischen Erkrankung fehlten in Deutschland im vergangenen Jahr ungefähr 2,2 Millionen Menschen  im Job. Seit 1997 hat sich die Anzahl der Fehltage, die von Depressionen oder Anpassungsstörungen verursacht werden, mehr als verdreifacht. Am häufigsten fehlen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit der Diagnose Depression. Fehltage wegen Anpassungsstörungen stiegen in den vergangenen Jahren besonders deutlich an.

2017 erreichten Krankschreibungen von Arbeitnehmenden aufgrund von psychischen Leiden mit 250 Fehltagen pro 100 Versicherte einen Höchststand. 2018 gingen sie erstmals leicht um 5,6 Prozent auf 236 Fehltage pro 100 Versicherte zurück. Seelenleiden lagen damit im vergangenen Jahr bundesweit auf dem dritten Platz der Krankheitsarten. Nordrhein-Westfalen liegt mit 251 Tagen im Mittelfeld. Die Branchen „Öffentliche Verwaltung“ sowie „Gesundheitswesen“ weisen überproportional viele Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen auf. So verursachten 100 Beschäftigte in der Öffentlichen Verwaltung im Jahr 2018 358 Fehltage. Im Gesundheitswesen waren es 321 Ausfalltage.

Aus wissenschaftlicher Sicht sind psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung nahezu gleich verbreitet. Allerdings hat sich der Umgang mit ihnen verändert, es herrscht ein offener Umgang – auch im Behandlungszimmer sind psychische Probleme kein Tabu mehr. Am Arbeitsplatz ist dies oft noch nicht der Fall. DAK-Vorstandschef Andreas Storm fordert deshalb: „Auch Arbeitgeber müssen psychische Belastungen und Probleme aus der Tabuzone holen und ihren Mitarbeitern Hilfe anbieten.“