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18.05.2021

SWR3 Beitrag

WHO Studie zu Arbeitsüberlastung

In einer Studie gehen WHO und ILO davon aus, dass 2016 weltweit fast 745.000 Menschen nach Arbeitsüberlastung an Herzinfarkten oder Schlaganfällen gestorben sind. Weitere Auswirkungen von langen Arbeitszeiten sind z. B. Müdigkeit, ein erhöhtes Stressempfinden oder Schlafstörungen. Dr. Corinna Brauner, vom LIA.nrw, sprach zu dem Thema am 17.05.2021 in den SWR3 Topthemen am Mittag mit Moderator Anno Wilhelm.

"Durch die europäische und deutsche Arbeitszeitgesetzgebung kommen überlange Arbeitszeiten in Deutschland zum Glück seltener vor aber sie sind auch hierzulande anzutreffen." so Dr. Brauner. In Deutschland arbeiten, laut BAuA-Arbeitszeitbefragung, etwa 12 Prozent der Beschäftigen 48 Stunden oder mehr pro Woche. Besonders in Branchen oder Berufen im Bereich Verkehr und Logistik, Sicherheit oder in einigen Dienstleistungsbereichen, wie z. B. im IT Bereich, kommen häufig längere Arbeitszeiten vor.

Die gesundheitlichen Auswirkungen von langen Arbeitszeiten zeigen sich sowohl bei Wissensarbeit, als auch bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Arbeit körperlich anstrengend ist. Sie können  sich auf unterschiedliche Arten bemerkbar machen von Müdigkeit, Schlafstörung oder vermehrtes Stresserleben, bis hin zu Schlaganfällen und Herzerkrankungen. Wer durch lange Arbeitszeiten vermehrt sitzt, leidet aber zum Beispiel auch häufiger an Rückenschmerzen und nach der achten Arbeitsstunde steigt das Unfallrisiko exponentiell an.

Viele Unternehmen in Deutschland haben das Thema Arbeitszeitgestaltung auf der Agenda. Beispielsweise werden Arbeitszeiten häufig auf Arbeitszeitkonten verbucht. Wichtig ist eine realistische Kalkulierung des Personalbedarf, bei der im Vorfeld bereits Urlaube und krankheitsbedingte Ausfälle eingeplant werden.

Durch Corona  arbeiten aktuell viele Menschen im Homeoffice, das kann neue Risiken bergen. Zwar sparen Beschäftigte Pendelzeit ein, da der Weg zur Arbeit entfällt, andererseits kann es dazu kommen, dass sie dafür länger Zuhause arbeiten, Pausen ausfallen lassen oder Ruhezeiten unterschreiten. Auch das Abschalten am Feierabend kann schwer fallen.

"Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sollten Arbeitszeiten auch im Homeoffice im Blick behalten und beim Arbeitsschutz und beim betrieblichen Gesundheitsmanagement mitdenken.", so Dr. Brauner.

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