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Befragungsstudien
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Statistiken und Studien

Befragungsstudien

Die Arbeitsweltberichterstattung des LIA.nrw beobachtet die Arbeitsbedingungen in Nordrhein-Westfalen und zieht dabei Statistiken als Indikatoren für menschengerecht gestaltete, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen heran. Dazu werden Daten, Berichte und Analysen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht. So werden Fachpolitik, Praxis und Öffentlichkeit in Nordrhein-Westfalen evidenzbasiert informiert und beraten, mit dem Ziel menschengerechte, sichere und gesunde Arbeitsplätze in der Arbeitswelt von morgen zu gestalten.

Ziel ist es, basierend auf quantitativen und auch qualitativen Daten die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, mit der arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken auftreten können, die vor allem auf die Gestaltung des Arbeitsplatzes und –umfeldes zurückzuführen sind. Fokussiert auf Branchen, Berufe und Tätigkeiten können dadurch wie bei einer Gefährdungsbeurteilung für verschiedene Beschäftigtengruppen Belastungen durch Arbeitsprozesse und –umgebungen  berücksichtigt und Handlungsbedarfe aufgezeigt werden. Durch diese Information ist es möglich, gezielt Maßnahmen zu ergreifen und Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Gesundheitsgefahren für die Beschäftigten minimiert bzw. abgewendet werden können.

Befragungsstudien erfassen subjektives Wissen, Meinungen, Einstellungen und Verhalten von Menschen. Die befragten Beschäftigten werden als Expertinnen und Experten in eigener Sache gesehen, da sie am besten Auskunft über ihre Situation geben können. Auf Basis der Daten können Aussagen zu subjektiven Belastungssituationen in verschiedenen Tätigkeitsbereichen und zu gesundheitlichen Auswirkungen getroffen werden.

Die Beschäftigtenbefragung NRW

Die Beschäftigtenbefragung des LIA.nrw ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeitsweltberichterstattung und wird in regelmäßig widerkehrenden Abständen durchgeführt. Seit 1994 wird so die allgemeine Situation von Beschäftigten am Arbeitsplatz in Nordrhein-Westfalen untersucht. Dabei werden ca. 2. 000 abhängig Beschäftigte ab 16 Jahren im Rahmen einer Telefonstudie zu ihrem Arbeitsalltag befragt. Insgesamt wurden bisher acht Befragungsstudien durchgeführt (1994, 1999, 2004, 2008, 2013, 2015, 2016, 2018). Diese wurden sukzessive weiterentwickelt und um aktuelle Themen aus der Arbeitswelt ergänzt. Im Jahr 2008 lag der Themenschwerpunkt auf dem demografischen Wandel, in der darauffolgenden Befragung 2013 rückte die Vereinbarkeit von Privatleben und Arbeit in den Mittelpunkt. Die Digitalisierung der Arbeit sowie Ressourcen der Arbeit bildeten die Schwerpunkte der Befragungen 2015 und 2016.

Von November 2018 bis Januar 2019  hat die Info GmbH im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalens und des LIA.nrw die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen des Landes wieder konkret zu ihrem Arbeitsplatz befragt. Wie auch in den vergangenen Jahren liegt ein Schwerpunkt auf der Beobachtung von Arbeitsbedingungen. Ergänzend rückt die Betrachtung heterogener Belegschaften und somit die Vielfalt in der Arbeitswelt in den Fokus der Befragung 2018. Es bietet sich so die Möglichkeit, Rückschlüsse auf Zusammenhänge zwischen spezifischen Belastungen und Beanspruchungen sowie weiteren Faktoren  am Arbeitsplatz zu ziehen. Durch den Vergleich der einzelnen Beschäftigtenbefragungen lassen sich außerdem längerfristige Trends und Entwicklungen in der Arbeitswelt verfolgen. Zurzeit werden die vorliegenden Daten geprüft und ausgewertet.

Neben den bereits genannten Themenschwerpunkten, konnten im Jahr 2010 und 2011 ergänzend zu den bereits gewonnen Erkenntnissen Sonderbefragungen durchgeführt werden. Im Jahr 2010 wurden die Arbeitsbedingungen in Nordrhein-Westfalen speziell aus Sicht türkeistämmig Beschäftigter untersucht. Im Jahr 2011 lag der Fokus der repräsentativen Befragung auf dem Aspekt der Erholung.

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Eine Form der Berichterstattung ist die Erstellung von branchenspezifischen Auswertungen. Beispielsweise werden die Fragen aus der Beschäftigtenbefragung NRW so nach Branchen ausgewertet, dass dadurch Belastungs-/Beanspruchungsschwerpunkte für die Beschäftigten verschiedener Wirtschaftsbereiche festgestellt werden können. Dabei werden sowohl „alte“ als auch „neue“ Belastungsfaktoren in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt betrachtet, wie die Abbildung und der Beitrag „Alte“ und „neue“ Belastungen in einer digitalisierten Arbeitswelt: Ergebnisse aus der LIA.nrw Beschäftigtenbefragung zeigen.

Anteil belasteter Beschäftigter (in Prozent)

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Ein weiteres Beispiel ist die Sonderauswertung Pflege, mit der sich die Entwicklung in der Pflege kontinuierlich beobachten lässt. Dabei wurde festgestellt, dass 47 Prozent* der Beschäftigten in der Pflege es für unwahrscheinlich halten, dass sie ihre derzeitige Arbeit auch in den verbleibenden Jahren bis zum Renteneintrittsalter ausüben können - ausgehend von ihrer gesundheitlichen Entwicklung in den letzten fünf Jahren.  Neben körperlichen und psychischen Belastungen der Beschäftigten werden unter anderem auch die Umsetzung des Arbeitsschutzes und gesundheitsfördernder Maßnahmen betrachtet. So können Handlungsbedarfe aufgezeigt werden, um entsprechende Maßnahmen abzuleiten, die den Beruf attraktiver gestalten sowie die Pflegekräfte gesund und länger im Beruf erhalten können.


* Beschäftigtenbefragung NRW 2016, LIA.nrw, N=160 Beschäftigte, die im Gesundheits- und Sozialwesen arbeiten und als Haupttätigkeit „Pflegen, Heilen und Betreuen“ angeben. Dabei handelt es sich um 8% der Gesamtstichprobe

Die Arbeitsschutzverwaltung Nordrhein-Westfalen hat unter Mitwirkung der Vorgängerinstitution des LIA.nrw weitere statistische Darstellungen veröffentlicht, die teils auf Befragungen, teils auf vorhandenen Daten basieren. Diese Veröffentlichungen haben zum Teil einen von den neueren Befragungsstudien abweichenden Fokus.

- sortiert nach Erhebungsjahr

JahrTitel

2000

Arbeitwelt NRW 2000. Belastungsfaktoren - Bewältigungsformen - Arbeitszufriedenheit.
1996Arbeit und Gesundheit in Nordrhein-Westfalen - Statusanalyse 96/97
1994Statusanalyse 94/95 - Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz