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37_Prozent_atypische-Beschaeftigte_Gefaehrdungsbeurteilung
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Zahl des Monats November 2017 - Gefährdungsbeurteilung

37%

37% der atypisch Beschäftigten in NRW werden von niemandem zur Beurteilung ihres Arbeitsplatzes angesprochen. Sie werden also nicht in den Prozess der Gefährdungsbeurteilung miteinbezogen.

Atypische Beschäftigung hat viele Gesichter: Einerseits bietet diese Arbeitsform mehr Flexibilität und ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben, andererseits ist sie manchmal die einzige Option, um überhaupt Teil der Arbeitswelt zu sein. Mit dieser Situation gehen vielfältige Belastungen einher. Beispielsweise werden atypisch Beschäftigte seltener in die betrieblichen Abläufe eingebunden, was sich negativ auf Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit auswirkt.

Arbeitnehmende in einem Normalarbeitsverhältnis, die häufiger in Großbetrieben beschäftigt sind, profitieren von Personal- oder Betriebsräten und speziell dafür ausgebildeten Expertinnen und Experten, wie eigene Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Atypisch Beschäftigten sind diese Beauftragten oftmals unbekannt. Bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung wird etwa die Hälfte von ihnen von Vorgesetzten und seltener von Beauftragten für den Arbeitsschutz (25%) oder dem Betriebs- bzw. Personalrat (10%) in den Prozess der Gefährdungsbeurteilung einbezogen.

Von Anfang an sollten die Belange aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Entwicklung und Umsetzung betrieblicher Maßnahmen berücksichtigt werden, durch die Gefährdungsbeurteilung soll das gesundheitliche Risiko für die Beschäftigten bestimmt und minimiert werden. Um einen Eindruck über einen Arbeitsplatz zu bekommen, ist es ratsam, alle Beschäftigtengruppen miteinzubeziehen. Insbesondere psychische Belastungen werden oftmals nur sichtbar, wenn die Beschäftigten direkt befragt werden.