Inhaltsbereich
1812_Paketdienste
© LIA.nrw

Zahl des Monats Dezember 2018 - Belastungen Paketdienste

 30,6

Beschäftigte der Post-, Kurier- und Expressdienste kommen im Jahr 2016 in Deutschland auf durchschnittlich 30,61 Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage), was einem Anteil von 14%2  an ihren Gesamtarbeitstagen entspricht. Im Vergleich zu allen anderen Branchen sind sie damit Spitzenreiter. Frauen kommen auf 35,61 Tage je Mitglied und Männer auf 25,01 Tage. Mehr als ein Drittel der Beschäftigten der Post-, Kurier- und Expressdienste fehlen aufgrund von Muskel-Skelett Erkrankungen (34%1).  Verglichen mit anderen Branchen führen Post-, Kurier und Expressdienste bei diesen Erkrankungen die Liste der meisten Arbeitsunfähigkeitstage an.

Ho-ho-hohe Belastungen

Die Art und Weise wie wir einkaufen, hat sich gewandelt. Die Arbeit, die hinter einem einfachen Klicken, bzw. einer Bestellung liegt, ist kaum sichtbar. Die empfundenen Belastungen der Beschäftigten der Branche sind allerdings das gesamte Jahr und nicht nur zu Weihnachten auffällig hoch. Die Ergebnisse des Gesundheitsreports der BKK spiegeln sich auch in der Beschäftigtenbefragung des LIA.nrw wider: 41% aller Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen mit der Haupttätigkeit „Packen, Versenden, Transportieren und Lagern“ leiden in ihrem Job unter körperlich schwerer Arbeit. Insgesamt geben nur 19%5 der Beschäftigten an, dass sie durch körperlich schwere Arbeit ziemlich bzw. stark belastet sind. Hinzu kommen bei den Zustellerinnen und Zustellern einseitige, wiederholte Bewegungsabläufe und Lärm. 

In Nordrhein-Westfalen nimmt die Zahl der Beschäftigten in der Branche Post-, Kurier- und Expressdienste zu. Innerhalb eines Jahres, von 2015 bis 2016, stieg sie um 9%4 auf 62.0765  Beschäftigte an. Was kann getan werden, um die Beschäftigten zu entlasten? Ein erster Schritt ist die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung. Wer die Gefahren in seinem Betrieb kennt, kann die notwendigen und angemessenen Maßnahmen zur Sicherheit und Förderung des Gesundheitsschutzes seiner Beschäftigten treffen. Und nur mit gesunden und leistungsfähigen Beschäftigten "läuft" der Betrieb. Auch die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie hat unterschiedliche Angebote, unter anderem den Test „Rückenfit am Arbeitsplatz – der Check“, aber auch Arbeitgebende werden hier fündig und können Informationsangebote nutzen.


Belastungen

Packen, Versenden, Transportieren und Lagern

Gesamtstichprobe

Körperlich schwere Arbeit

41%

19%

Einseitige, wiederholte Bewegungsabläufe

34%

21%

Lärm

31%

26%

Arbeiten unter hohem Zeitdruck

30%

31%

Klimatische Bedingungen

29%

25%

Verletzungs-, Unfall- oder Absturzgefahr

28%

13%

Körperliche Zwangshaltungen

27%

21%

Routineaufgaben, eintönige Arbeit

26%

14%

Fehlende Entwicklungsmöglichkeiten

26%

19%

Ungünstige Arbeitszeiten

25%

14%

Top 10 Belastungen (ziemlich oder stark belastet) der Beschäftigten mit der Haupttätigkeit Packen, Versenden, Transportieren und Lager5

Mehr zum Thema


1 BKK-Gesundheitsreport 2017 (Berichtsjahr 2016)
2 eigene Berechnungen; Berechnungsgrundlage 220 Arbeitstage pro Jahr
3 Stichprobe der Beschäftigten mit der Haupttätigkeit „Packen, Versenden, Transportieren und Lagern“  (N=97) in der Beschäftigtenbefragung 2016 (LIA.nrw) im Vergleich zur Gesamtstichprobe (N=2.003).

4 eigene Berechnungen; Datengrundlage: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Wirtschaftszweigen der WZ 2008 und ausgewählten Merkmalen, Beschäftigtenstatistik, Stichtag 31. Dezember
5 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Wirtschaftszweigen der WZ 2008 und ausgewählten Merkmalen, Beschäftigtenstatistik, Stichtag 31. Dezember