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1710_krebserzeugende agenzien
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Zahl des Monats

24 Prozent

24 % der Beschäftigten in Deutschland sind während der Arbeit krebserzeugenden Noxen der Kategorie 1 der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) ausgesetzt. 

Der Begriff Noxe bezeichnet allgemein einen Faktor, der eine  schädigende, krankheitserzeugende Wirkung auf den Organismus oder auf ein Körperorgan ausübt. Dabei kann es sich um chemische, physikalische aber auch mikrobiologische oder psychosoziale Einflüsse handeln.

Durch chemische K1-Kanzerogene verursachte, anerkannte Berufskrebserkrankungen (n= 4404 + 2924)

Chemische NoxeBK-Ziffer nach BKV1978-2010 [*]2011-2014 [**]


Aromatische Amine13011.9451.001
Benzol1303/13188871.303
Kokereirohgase411039570
Chrom110331398
Hautkrebs (1)5102292225
Alkyl-Aryloxide (2)131014918
Nickel410914927
Arsen110814222
Halogenkohlenwasserstoffe (3)130211998
Lungenkrebs, PAK41131362

















*Butz 2012 DGUV
** Berichte der Bundesregierung über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Nach der Einteilung der Internationalen Agentur für Krebsforschung gehören zur Kategorie 1, neben vielen chemischen Substanzen, wie Benzol oder Benzo(a)pyren, auch biologische Schadstoffe, wie Viren und Bakterien. Die Gefahrstoffe werden sowohl über die Haut, als über die Atemwege oder oral aufgenommen. Allerdings sind  nicht nur Beschäftigte, die in Laboren oder mit Lösungsmitteln arbeiten, einer Gefahr ausgesetzt: Passivrauch, Dieselmotorenemissionen und Sonneneinstrahlung sind ebenfalls krebserzeugende Noxen der Kategorie 1.

Mehr als die Hälfte der Todesfälle der Berufskrankheiten in Deutschland gehen auf Krebserkrankungen zurück. Daher gilt:  Handeln, bevor die Krankheit überhaupt entsteht, ist die beste Lösung, um diese Zahl in der Zukunft zu senken. Präventionsstrategien, welche den Beschäftigten ein sicheres Arbeitsumfeld ermöglichen, lassen sich mit Hilfe der Gefährdungsbeurteilung erarbeiten – die für jeden Betrieb verpflichtend ist. Eine gute Hilfestellung  leistet der Handlungsleitfaden „Gefährdungsbeurteilung“. Dieser  enthält praxisorientierte Checklisten und Mustervorlagen.

Weitere Informationen

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