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Zahl des Monats März - Rückengesundheit

21 %

Am 15. März ist Tag der Rückengesundheit. 21 % der insgesamt 236 Fehltage je 100 Beschäftigte in Deutschland entfielen 2018 auf Rückenleiden und andere Muskel-Skeletterkrankungen (MSE). Sie sind Spitzenreiter der Fehltagsgründe.1 Dabei ist gerade ein gesunder Rücken von großer Bedeutung – Schmerzen in Rücken, Muskeln oder Gelenken können die Leistungsfähigkeit bei der Arbeit und die allgemeine Lebensqualität stark beeinflussen.

Der Ursprung von Rückenbeschwerden liegt oft an einer Überforderung der Muskulatur, verursacht durch ein Ungleichgewicht zwischen Belastung und Belastbarkeit: Das (falsche) Heben von schweren Gegenständen kann genauso schlecht sein wie lange, statische und einseitige Haltungen, beispielsweise stundenlanges Sitzen oder Stehen. Hinzu kommen psychische Belastungen durch Zeit- und Leistungsdruck, die zu hohen Muskelanspannungen führen können.2

Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen sind zahlreichen Belastungen bei der Arbeit ausgesetzt, die Rückenbeschwerden hervorrufen können. So empfindet mindestens die Hälfte der Beschäftigten arbeiten unter hohem Zeitdruck sowie eine Überforderung durch die Arbeitsaufgaben und -mengen als belastend. Mehr als jede(r) Dritte klagt über Belastung durch schwere körperliche Arbeit und Zwangshaltungen oder einseitige und wiederholte Bewegungsabläufe.3

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Um Rückenschmerzen zu vermeiden, ist das richtige Verhältnis aus statischer und dynamischer Muskelarbeit sowie Entlastung von großer Bedeutung. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, ihren Beschäftigten erforderliche Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen. Beschäftigte sollten die Chance nutzen, sich aktiv zu beteiligen, um möglichst rückengerecht und nach ergonomischen Gesichtspunkten zu arbeiten.

Techniken für richtiges Heben und Tragen von Gegenständen bzw. Personen können erlernt werden. Hilfsmittel wie Hebehilfen, Sackkarren oder Rollwagen sollten nicht nur vorhanden sein, sondern auch eingesetzt werden. Sind sie leicht erreichbar und zugänglich, kommen sie häufiger zum Einsatz. Wer bei der Arbeit viel sitzt, sollte nicht nur darauf achten, dass der Arbeitsplatz auf die eigene Körpergröße anpassbar ist, sondern auch unbedingt Ausgleichsbewegungen in den Arbeitsalltag einbauen („dynamisches Sitzen“).2

Arbeitgebende können durch gezielte Betriebliche Gesundheitsförderung im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsmangements unterstützen. Entstehen Fragen zur ergonomischen Einrichtung oder richtigen Lastenhandhabung, können  die nach Arbeitssicherheitsgesetz tätigen Arbeitsschutzexpertinnen und -experten (Sicherheitsfachkraft, Betriebsärztin oder Betriebsarzt)  weiterhelfen und beispielsweise eine Arbeitsplatzbegehung oder Unterweisung durchführen.

[1] DAK-Gesundheit (28.01.2019). Psychische Erkrankungen: Rückgang bei Ausfalltagen. [Pressemeldung].

[2] Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Gesunder Rücken. Abgerufen am 07.02.2019.

[3] Beschäftigtenbefragung LIA.nrw, N = 2.003; abhängig Beschäftigte ab 16 Jahren, die in NRW wohnen und arbeiten. In der Befragung aus dem Jahr 2016 wurden insgesamt 36 Belastungsaspekte abgefragt; Erfassung auf einer 4-stufigen Skala „Sagen Sie zu jedem einzelnen Punkt, ob er Sie bei der Arbeit gar nicht, etwas, ziemlich, oder stark belastet.“ Für die Auswertung wurden die Abstufungen „etwas“, „ziemlich“ und „stark“ in „belastet“ zusammengefasst.