Inhaltsbereich
1902_61_Stress_BalanceGuard
© LIA.nrw

Zahl des Monats Februar 2019 - Stress durch psychische Belastungen

61%

Sechs von zehn Menschen in Deutschland geben an, manchmal bis häufig gestresst zu sein, egal ob beruflich oder privat1. Stress ist eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf äußere Anforderungen, auch bekannt als Belastungen. Ob die Belastungen sich psychisch und körperlich negativ auswirken („Stresserleben“), ist von unseren individuellen Leistungsvoraussetzungen und den verfügbaren Ressourcen, wie etwa sozialer Unterstützung durch Familie, Kolleginnen und Kollegen oder Erholung in der Freizeit, abhängig.

In der Arbeitswelt ist die Zahl der berichteten psychischen Belastungen seit einigen Jahren auf einem hohen Niveau. Die Ergebnisse der LIA.nrw Beschäftigtenbefragung 2016 zeigen beispielsweise, dass 66% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen sich durch Arbeiten unter hohem Zeitdruck belastet fühlen2.

Dauerhafter beruflicher (und/oder privater) Stress kann langfristig die Gesundheit beeinträchtigen3. Doch was können Lösungsansätze sein? Wie kann in einer immer schneller und flexibler werdenden (Arbeits-) Welt eine nachhaltige Prävention unterstützt werden? Im Rahmen des BMBF-Verbundprojekts BalanceGuard wurde diesen Fragen nachgegangen und eine Software zur individuellen Beobachtung von Stress (Stressmonitoring) sowie begleitende Informations- und Beratungsangebote entwickelt. Am 21. März 2019 werden in Bochum die Erkenntnisse über die Entwicklung und Erprobung des Stressmonitoring-Tools „BalanceGuard“ sowie Einsatzmöglichkeiten im Arbeitsalltag vorgestellt.

Das Tool bietet Beschäftigten die Möglichkeit, ihre Belastungen und Ressourcen aus dem Arbeits- und Privatleben sowie deren Auswirkungen täglich zu erfassen. Anhand der so gewonnen Informationen werden die Beschäftigten für die Auswirkungen der eigenen Belastungen sensibilisiert. Zusätzlich unterstützen Handlungsempfehlungen dabei, die individuellen Belastungen zu reduzieren und Ressourcen zu stärken. Auf der Grundlage zusammengefasster und anonymisierter Einschätzungen der Beschäftigten können Unternehmensleitungen Handlungsbedarfe hinsichtlich einer gesunden Arbeitsgestaltung erkennen. So kann digitales Stressmonitoring zur gesundheitsförderlichen Gestaltung der Arbeitsbedingungen und zu gesundheitsbewussterem Verhalten beitragen.


[1] 23% geben an, sich häufig gestresst zu fühlen und 38% fühlen sich manchmal gestresst. Repräsentativ für die volljährige Bevölkerung in Deutschland „Entspann dich, Deutschland – TK-Stressstudie 2016“. Herausgeberin: Techniker Krankenkasse, S.6.

[2] N = 2.003; abhängig Beschäftigte ab 16 Jahren, die in NRW wohnen und arbeiten. In der Befragung aus dem Jahr 2016 wurden insgesamt 36 Belastungsaspekte abgefragt; Erfassung auf einer 4-stufigen Skala „Sagen Sie zu jedem einzelnen Punkt, ob er Sie bei der Arbeit gar nicht, etwas, ziemlich, oder stark belastet.“ Für die Auswertung wurden die Abstufungen „etwas“, „ziemlich“ und „stark“ in „belastet“ zusammengefasst

[3] Stressreport Deutschland 2012. Psychische Anforderungen, Ressourcen und Befinden. Herausgeber: Bundesanstalt fürArbeitsschutz und Arbeitsmedizin.