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10 Tipps für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Gesund und produktiv im Homeoffice

Aus Beschäftigtensicht sind die Gründe für das Arbeiten von zu Hause vielfältig, zum Beispiel bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist dabei ein wichtiger Aspekt. Aber arbeiten von zu Hause ist nicht nur für Eltern interessant. Einsparung von Pendelzeiten oder ungestörtes und konzentriertes Arbeiten können mögliche Vorteile sein. Informationstechnologie macht es möglich, zu Hause dasselbe zu tun wie im Büro. Allerdings kann das Homeoffice auch ungewohnt und herausfordernd sein.

Homeoffice bietet Vorteile, wie beispielsweise eine bessere Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben oder das Einsparen von Pendelzeiten. Die Arbeitsweise kann im Homeoffice häufig anders sein als im Büro: Arbeiten ohne feste Struktur, weniger direkter Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen, andere räumliche Bedingungen und eine Vielzahl an privaten Ablenkungen können einen produktiven und gesunden Arbeitsalltag erschweren. Außerdem stellen sich Fragen wie: Muss ich fürs Homeoffice ein Arbeitszimmer haben? Wie lange darf ich Pause machen? Welche Regeln bzw. Vorgaben zum Arbeitsschutz gibt es fürs Homeoffice?

Aufgrund der aktuellen Situation ist uns bewusst, dass nicht alle der Tipps eins zu eins umgesetzt werden können. Vor allem die Kinderbetreuung im Homeoffice zu organisieren ist momentan für viele Menschen eine große Herausforderung.

Was helfen könnte, wäre zum Beispiel:

  • Den Kindern erklären, dass es momentan eine Ausnahmesituation ist und dass Mama und Papa arbeiten müssen, obwohl es sich wie ein Wochenende anfühlt, weil alle zu Hause sind.
  • einen Tagesplan mit der gesamten Familie erstellen und diesen aufschreiben/aufmalen und an einer gut sichtbaren Stelle aufhängen. Routinen helfen allen dabei, nicht komplett die Nerven zu verlieren.
  • Wer zu zweit zu Hause ist: sich bei der Kinderbetreuung mit Partnerin/Partner abwechseln, beispielsweise übernimmt eine Person den Vormittag und eine den Nachmittag.
  • Besuche von Oma und Opa sind aktuell überhaupt nicht empfehlenswert. Die neuen Medien bieten aber die Möglichkeit zum Beispiel über Videochat in Kontakt zu bleiben, vorzulesen, zu singen oder eine Geschichte zu erzählen.
  • Der WDR sendet jeden Tag die Sendung mit der Maus, auch auf anderen Kanälen gibt es altersgerechte Wissenssendungen. Im Internet werden viele Lern- und Bewegungsvideos angeboten. Austausch mit anderen Eltern in einer ähnlichen Situation kann helfen.
  • Wenn Sie weitere Tipps haben, die Sie mit anderen teilen möchten, melden Sie sich gerne über unser Kontaktformular bei uns.

Ganz wichtig für alle, die selbst keine Betreuungsaufgaben übernehmen müssen: Verständnisvoll den Kolleginnen und Kollegen gegenüber sein, deren Kinder nun selbst betreut werden müssen.

Weitere Informationen und Tipps:

Homeoffice steht im Folgenden für alle Arbeitsformen, bei denen Beschäftigte einen Teil ihrer Arbeit zu Hause erledigen und mit ihrer Arbeitgeberin oder ihrem Arbeitgeber über Telefon und Internet verbunden sind.

In Deutschland nutzen 16 % der im Homeoffice Beschäftigten über den Arbeitsvertrag, Betriebs- oder Dienstvereinbarung geregelte Telearbeit, alle anderen sind mobil Beschäftigte. Sie arbeiten von zu Hause ohne eine solche vertraglich vereinbarte Regelung (BMAS 2015). In beiden Fällen müssen sich Beschäftigte, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber an das Arbeitszeitgesetz, das Arbeitsschutzgesetz und die Betriebssicherheitsverordnung halten. Es gibt aber rechtliche Unterschiede zwischen mobiler Arbeit und Telearbeit.

Während in vielen großen Unternehmen das Homeoffice ein fester Bestandteil im Arbeitsalltag ist, ist das Arbeiten von zu Hause für Beschäftigte in kleinst-, klein- und mittleren Unternehmen noch nicht weit verbreitet. Ein im Gesetz verankertes Recht auf Arbeit im Homeoffice gibt es in Deutschland nicht, Beschäftigte sind auf den Kooperationswillen der Arbeitgebenden angewiesen. Es gibt allerdings auch Betriebe, bei denen Beschäftigte  ausschließlich im Homeoffice arbeiten. Diese Art von Homeoffice ist hier nicht gemeint.

In den folgenden Tipps zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Arbeit erfolgreich und gesund von zu Hause aus erledigen können.

Im Homeoffice finden Sie andere räumliche Bedingungen vor als im Büro. Auch wenn es reizvoll scheint, dass Sie Ihre Arbeit vom Sofa erledigen können, ist es wichtig, dass Sie gesundheitsgerecht arbeiten. Zum Beispiel sollen Tisch und Sitzmöbel auf ihre Körpermaße eingestellt werden können. Egal ob Sie ein separates Arbeitszimmer haben oder Ihr Schreibtisch im Wohnzimmer steht — achten Sie auf Raumklima und Luftfeuchtigkeit. Auch ausreichendes Tageslicht ist wichtig. Stellen Sie Ihren Schreibtisch nicht direkt vor das Fenster, sondern parallel dazu. Sorgen Sie dafür, dass während der Arbeit eine ruhige Atmosphäre herrscht. Weitere Informationen erhalten Sie von den Verantwortlichen für Arbeitssicherheit (z. B. Arbeitgeberin, Arbeitgeber oder Fachkraft für Arbeitssicherheit).

Oft ist es unkomplizierter, E-Mails schnell über das Smartphone zu checken und zu bearbeiten – aber Ihren Augen, Ihrem Nacken oder Ihren Händen tun Sie damit keinen Gefallen. Laptop, Notebooks oder Smartphones sind auf Dauer keine geeigneten Arbeitsgeräte. Variieren Sie Ihre Haltung und nutzen Sie für längeres Arbeiten eine externe Tastatur und einen ausreichend großen und reflexionsarmen Bildschirm.

Sowohl bei Telearbeit als auch bei mobiler Arbeit gilt die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und diese regelt die Sicherheit und den Schutz Ihrer Gesundheit bei der Verwendung von Arbeitsmitteln. Das heißt, dass Ihr Arbeitgeber oder Ihre Arbeitgeberin in der Pflicht ist, vor der Verwendung der Arbeitsmittel, z. B. Laptops, die auftretenden Gefährdungen zu beurteilen und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen abzuleiten (§ 3 BetrSichV).

Klären Sie mit Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber vorab die Kostenübernahme für die Ausstattung. Eine generelle Regel, dass der oder die Arbeitgebende die Kosten übernehmen muss, gibt es nicht. Regeln Sie im Vorfeld auch, wie Ihre Arbeitszeit verrechnet wird, wenn die Technik ausfällt.

Strukturiert in den Tag zu starten, fällt manchen Menschen im Homeoffice schwerer, weil die Umgebung zum Wohnen und Arbeiten dieselbe ist. Stellen Sie deshalb einen Zeitplan für Ihren Homeoffice Tag auf und halten Sie sich daran. Ein Zeitplan verleiht Ihrem Arbeitsalltag Struktur.

Starten Sie so in den Tag, als ob Sie ins Büro gehen würden: Stehen Sie wie gewohnt auf, kochen Sie sich einen Kaffee oder Tee, frühstücken Sie, bringen Sie ihre Kinder zur Schule oder Kita und setzen Sie sich dann ohne Ablenkung vor den Computer. So beginnen Sie Ihren Tag ohne Verzögerung und können Ihre zu erledigenden Aufgaben nach und nach abarbeiten.

Es ist wichtig, dass Sie am Ende des Arbeitstages Ihre erbrachte Arbeitsleistung honorieren. Im Homeoffice kann es durchaus passieren, dass Sie durch private Aufgaben (z. B. Kinder von der Schule abholen, für zu pflegende Eltern da sein) den Überblick über Ihre Arbeit verlieren und sich ausschließlich auf das Nichterledigte konzentrieren. Das kann demotivierend sein. Nehmen Sie sich deswegen zum Feierabend ein paar Minuten Zeit und lassen Sie den Tag Revue passieren so wie im Büro. Würdigen Sie all das, was Sie erledigt haben und von Ihrer To-Do Liste streichen konnten. Solche Reflexionsmomente begünstigen den Blick nach vorn und fördern Ihr Wohlbefinden.

Arbeiten von zu Hause kann zu einer Entgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben führen. Schnell kann sich das Gefühl einschleichen, dass die Arbeit niemals aufhört, Ihre Erholung wird dann negativ beeinflusst. Mangelnde Erholung führt auf Dauer zu Erschöpfung, Ihre Leistungs- und Beschäftigungsfähigkeit sowie Ihre psychische und physische Gesundheit wird beeinträchtigt. Um gesund, leistungs- und arbeitsfähig zu bleiben, nutzen Sie Ihre Ruhezeit nach der Arbeit zur Regeneration und zum Auftanken Ihrer Ressourcen durch Sport oder andere Hobbies.

Richten Sie sich am besten ein separates Arbeitszimmer ein. Das ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, allerdings schaffen Sie durch das Schließen der Tür eine Barriere zwischen Arbeits- und Privatleben. Wenn Ihr Zuhause diese Möglichkeit nicht zulässt, sollten Sie sich eine separate Arbeitsecke einrichten und die Unterlagen nach Feierabend wegräumen, um den Arbeitstag einfacher hinter sich zu lassen.

Arbeiten Sie im Homeoffice, könnten Familienmitglieder annehmen, dass Sie trotz Arbeit zur freien Verfügung stehen. Machen Sie klar, dass Sie sich im Arbeitsmodus befinden, obwohl Sie physisch anwesend sind.

Egal ob Sie im Büro oder von zu Hause aus arbeiten gelten die Regelungen und Vereinbarungen zum Schutz Ihrer Sicherheit und Gesundheit. Dazu zählen das Arbeitszeitgesetz, teilweise auch Tarifverträge und konkretisierende Betriebsvereinbarungen auf Basis der Tarifverträge.

Auch im Homeoffice sollte ein normaler Arbeitstag nicht länger als acht Stunden - maximal jedoch zehn Stunden dauern . Ein Arbeitstag von mehr als zehn Stunden ist in der Regel nicht zulässig, es gibt Ausnahmen bei bestimmten Tarifverträgen. Die Verlängerung Ihres Arbeitstages kann Ihre Gesundheit und Ihre Leistung beeinträchtigen. Verzichten Sie daher auf zu viele Überstunden im Homeoffice, auch wenn Sie das Gefühl haben, gerade dort besonders lange erreichbar sein zu müssen. Versuchen Sie nicht, die durch das fehlende Pendeln gewonnene Zeit in Arbeit zu investieren. Arbeitszeiten über acht Stunden sind aufgrund gesetzlicher Vorgaben aufzuzeichnen, unabhängig vom Arbeitsort und unabhängig von vereinbarter Vertrauensarbeitszeit. Allgemein ist zu empfehlen: Dokumentieren Sie Ihre Arbeitszeiten im Homeoffice, um eine bessere Übersicht über Ihre geleisteten Stunden zu haben.

Im Homeoffice kann einen das Gefühl beschleichen, ununterbrochen erreichbar sein zu müssen. Viele Menschen versuchen so zu zeigen, dass sie zu Hause genauso produktiv sind wie im Büro. Wie im Büro sollten sie auch im Homeoffice  regelmäßig Pausen machen, spätestens nach sechs Stunden, besser aber schon früher.

Machen Sie zum Beispiel während einer Bildschirmpause Stretch-Übungen, gehen Sie in der Mittagspause für einen Spaziergang an die frische Luft oder schauen Sie einfach für ein paar Minuten aus dem Fenster. Wichtig ist, dem Kopf ab und zu eine Denkpause zu gönnen und andere Muskeln zu betätigen. So beugen Sie nicht nur Muskel-Skelett Belastungen vor, sondern tanken auch neue Energie für die Arbeit. Im Homeoffice gelten die gleichen Regeln zur Pausengestaltung und zur (Nicht-)Erreichbarkeit wie im Büro.

Beim Arbeiten im Homeoffice kommt niemand bei einer Nachfrage persönlich vorbei oder schaut für ein „kurzes Pläuschchen“ herein. Ohne die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen kann es leicht passieren, dass Sie sich ausgeschlossen fühlen. Scheuen Sie nicht, an Ihre Teammitglieder oder Vorgesetzen heranzutreten.

Nutzen Sie neben Telefon und E-Mail auch die Online Tools, die Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber Ihnen zur Verfügung stellt. Chat Funktionen, (Enterprise) Social Media Kanäle oder Video-Konferenzsysteme sind hilfreiche Werkzeuge. Dies fördert Ihr Zugehörigkeitsgefühl sowie Ihre Leistungs- und Arbeitsfähigkeit.

Durch den selteneren physischen Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen kann es vorkommen, dass Sie über Aktuelles („Flurfunk“), aber auch Fachliches und Organisatorisches, nicht im gleichen Maße informiert sind. Durch fehlende „Sichtbarkeit“ im Betrieb und bei den Vorgesetzten könnten Ihnen Nachteile entstehen. Bei der Beurteilung Ihrer Leistungen oder der Verteilung von Verantwortlichkeiten und neuen Aufgaben sowie finanzieller oder unentgeltlicher Anerkennung können Sie übergangen werden.

Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie am Austausch im Betrieb weiter teilhaben. Seien Sie bei relevanten Terminen, wie zum Beispiel Team-Besprechungen, Austauschformaten, Betriebsfesten, anwesend und verbringen Sie nicht zu viele Tage im Homeoffice. 2,5 Tage pro Woche oder 50 Prozent der Wochenarbeitszeit könnten ein sinnvolles Maß sein.

Homeoffice ist kein Selbstläufer. Damit es gut klappt, sollten Sie mit Ihrem oder Ihrer direkten Vorgesetzen die gegenseitigen Erwartungen austauschen, konkrete Vereinbarungen zu Arbeitspaketen und einzuhaltende Abgabefristen treffen und realistische Zielvorgaben absprechen. Dazu sollten Sie regelmäßige Feedbackgespräche und Besprechungstermine im Büro festlegen und diese auch einfordern.

Hilfreich ist es, wenn Sie mit Ihrer Führungskraft unbürokratische Lösungen finden, um sich kurzfristig abzustimmen. Durch Telefonkonferenzen können Sie auch spontan in Meetings eingebunden werden.

Überprüfen Sie nach einiger Zeit, ob Sie Ihre Arbeit im Homeoffice ebenso oder auch besser und motivierter erledigen können als im Büro. Homeoffice erfordert ein höheres Maß an Disziplin und Eigenverantwortung. Möglicherweise fehlt Ihnen bei Homeoffice-Tagen der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, die Teilnahme am betrieblichen Gesundheitssport oder bei Ihnen zu Hause ist es lauter und unruhiger als erwartet.

Seien Sie daher ehrlich zu sich selbst und Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber. Es ist wichtig, dass Sie sich nicht überfordern und das Arbeiten im Homeoffice in regelmäßigen Abständen oder wenn sich Lebens- bzw. Arbeitssituation ändert auf den Prüfstand stellen.

KomNet Frage-Antwort-Dialoge zum Thema Homeoffice

Homeoffice steht im Folgenden für alle Arbeitsformen, bei denen Beschäftigte einen Teil ihrer Arbeit zu Hause erledigen und mit ihrer Arbeitgeberin oder ihrem Arbeitgeber über Telefon und Internet verbunden sind.

In Deutschland nutzen 16 % der im Homeoffice Beschäftigten über den Arbeitsvertrag, Betriebs- oder Dienstvereinbarung geregelte Telearbeit, alle anderen sind mobil Beschäftigte. Sie arbeiten von zu Hause ohne eine solche vertraglich vereinbarte Regelung (BMAS 2015). In beiden Fällen müssen sich Beschäftigte, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber an das Arbeitszeitgesetz, das Arbeitsschutzgesetz und die Betriebssicherheitsverordnung halten. Es gibt aber rechtliche Unterschiede zwischen mobiler Arbeit und Telearbeit.

Während in vielen großen Unternehmen das Homeoffice ein fester Bestandteil im Arbeitsalltag ist, ist das Arbeiten von zu Hause für Beschäftigte in kleinst-, klein- und mittleren Unternehmen noch nicht weit verbreitet. Ein im Gesetz verankertes Recht auf Arbeit im Homeoffice gibt es in Deutschland nicht, Beschäftigte sind auf den Kooperationswillen der Arbeitgebenden angewiesen. Es gibt allerdings auch Betriebe, bei denen Beschäftigte  ausschließlich im Homeoffice arbeiten. Diese Art von Homeoffice ist hier nicht gemeint.