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10 Tipps für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Gesund und produktiv im Homeoffice

Aus Beschäftigtensicht sind die Gründe für das Arbeiten von zu Hause vielfältig, zum Beispiel eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aber arbeiten von zu Hause ist nicht nur für Eltern interessant. Einsparung von Pendelzeiten oder ungestörtes und konzentriertes Arbeiten können mögliche Vorteile sein. Moderne Informationstechnologie macht es möglich, zu Hause das gleiche zu tun wie im Büro. Allerdings kann das Homeoffice auch ungewohnt und herausfordernd sein.


Homeoffice meint hier sowohl Telearbeit als auch mobile Arbeit, die zu Hause stattfindet.

In beiden Fällen müssen sich Beschäftigte und Arbeitgebende an das Arbeitszeitgesetz und das Arbeitsschutzgesetz halten. Trotz der Gemeinsamkeiten gibt es rechtliche Unterschiede zwischen mobiler Arbeit und Telearbeit:

Telearbeit ist gesetzlich definiert. Arbeitgebende richten im Privatbereich der oder des Beschäftigten einen festen Bildschirmarbeitsplatz ein. Wöchentliche Arbeitszeit und genaue Bedingungen sind fest im Arbeitsvertrag oder in einer anderen Vereinbarung festgelegt.. Für Telearbeit gilt die Arbeitsstättenverordnung (hier nur §§ 3 und 6). Deshalb muss die oder der Arbeitgebende eine Unterweisung und eine Gefährdungsbeurteilung für den Arbeitsplatz  zu Hause sicherstellen.

Für mobile Arbeit gibt es keine Rechtsdefinition. Für diese Beschäftigten gilt die Arbeitsstättenverordnung nicht. Sie haben deshalb eine erhöhte Eigenverantwortung und Mitwirkungspflicht, selbst auf die Einhaltung der Arbeits- und Gesundheitsvorschriften zu achten. Berufsgenossenschaften, Unfallversicherungsträger und Krankenkassen sowie Betriebs-/Personalräte, die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und die Arbeitgebenden sind die richtigen Ansprechperson bei Fragen zur Sicherheit und Gesundheit - auch für mobil Beschäftigte.

Während in vielen Großkonzernen das Homeoffice ein fester Bestandteil im Arbeitsalltag ist, ist das Arbeiten von zu Hause für Beschäftigte in klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) noch nicht weit verbreitet. Ein im Gesetz verankertes Recht auf Arbeit im Homeoffice gibt es in Deutschland bisher nicht, Beschäftigte sind auf den Kooperationswillen der Arbeitgebenden angewiesen.


Wenn Arbeitgebende Homeoffice als Möglichkeit anbieten, ist die Arbeitsweise häufig eine andere als im Büro: Arbeiten ohne feste Struktur, keine unterstützenden Kolleginnen und Kollegen, andere räumliche Bedingungen und eine Vielzahl an privaten Ablenkungen können einen produktiven und gesunden Arbeitsalltag erschweren. Außerdem tauchen Fragen auf „Muss ich fürs Homeoffice ein Arbeitszimmer haben?“ oder „Was gilt beim Arbeitsschutz fürs Homeoffice und welche Regeln bzw. Vorgaben gibt es?“.
Die folgenden Tipps zeigen, wie es Ihnen gelingt, Ihrer Mitwirkungspflicht nach dem Arbeitsschutzgesetz nachzukommen (die Gesamtverantwortung für den Arbeitsschutz liegt beim Arbeitgebenden) und wie Sie Ihre Arbeit erfolgreich von zu Hause erledigen können.

Im Homeoffice finden Sie andere räumliche Bedingungen vor als im Büro. Stellen Sie sicher, dass Sie an dem von Ihnen gewählten Arbeitsplatz ohne gesundheitliche Beeinträchtigungenarbeiten können,. Auch wenn es reizvoll ist, dass Sie Ihre Arbeit vom Sofa erledigen können, sollten Sie auch im Homeoffice ergonomisches Wissen berücksichtigen.

Egal ob Sie ein separates Arbeitszimmer haben oder Ihr Schreibtisch im Wohnzimmer steht -  achten Sie auf Raumklima und Luftfeuchtigkeit. Auch ausreichendes Tageslicht ist wichtig. Stellen Sie Ihren Schreibtisch nicht direkt vor das Fenster, sondern parallel dazu. Sorgen Sie dafür, dass während der Arbeit eine ruhige Atmosphäre herrscht. Detaillierte Informationen können Sie in der Arbeitsstättenverordnung nachlesen.


KomNet Frage-Antwort-Dialoge zum Thema Homeoffice

https://theorganizedcardigan.de/home-office-gesund-produktiv/

https://hbr.org/2014/10/5-ways-to-work-from-home-more-effectively

https://www.wiwo.de/erfolg/beruf/heimarbeit-20-tipps-fuer-ein-erfolgreiches-arbeiten-im-home-office/8325898.html

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsme­dizin (BAuA), Hrsg., 2017. Orts- und zeitflexi­bles Arbeiten: Gesundheitliche Chancen und Risiken. Dortmund: BAuA.

https://www.bghw.de/presse/newsletter/newsletter-3-2018/homeoffice-oder-telearbeit

https://www.bund-verlag.de/aktuelles~homeoffice-mit-arbeitsschutz~

https://www.bundestag.de/blob/516470/3a2134679f90bd45dc12dbef26049977/wd-6-149-16-pdf-data.pdf

https://www.izt.de/fileadmin/publikationen/auswirkungen_telearbeit.pdf

https://www.sifa-sibe.de/ergonomie/sorgfaeltig-auswaehlen-2/

http://inqa.gawo-ev.de/cms/index.php?page=empfehlungen-2&phpMyAdmin=Xr78vEy9vt0o%2Cxb0Dy0xDi0dA29&phpMyAdmin=19e16be51a9caef756465b0a0e7e4930

https://sloanreview.mit.edu/article/why-showing-your-face-at-work-matters/

https://www.arbeitsschutzgesetz.org/ergonomie-am-arbeitsplatz/

Mayer, S., Seiler, K., Langer, P., & Meier, S (2013). Erholungsleitfaden Richtig erholen – zufriedener arbeiten – gesünder leben. Erholung und Arbeit im Gleichgewicht. Ein Leitfaden für Beschäftigte. Aufgerufen am 19.02.2019: https://www.lia.nrw.de/_media/pdf/service/Publikationen/lia_praxis/LIA_praxis1.pdf

B. Beermann, S. Gerstenberg: Orts- und zeitflexibles Arbeiten. Gesundheitliche Chancen und Risiken im Überblick in: baua Bericht kompakt, 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2018. Seiten 3, PDF-Datei, DOI: 10.21934/baua:berichtkompakt20180523 (https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Bericht-kompakt/Gd92.pdf?__blob=publicationFile&v=3)

B. Beermann, M. Amlinger-Chatterjee, F. Brenscheidt, S. Gerstenberg, M. Niehaus, A. M. Wöhrmann: Orts- und zeitflexibles Arbeiten: Gesundheitliche Chancen und Risiken. 2. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2018. ISBN: 978-3-88261-235-6, Seiten 46, Papier, PDF-Datei, DOI: 10.21934/baua:bericht20170905 (https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/Gd92.pdf?__blob=publicationFile&v=22)