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Arbeitsschutz und Gesundheit

Psychische Belastungen

Unter psychischen Belastungen versteht man Einflüsse am Arbeitsplatz, die sich auf das Denken, Fühlen und Verhalten der Beschäftigten auswirken. Die Ursachen psychischer Belastungen sind vielfältig: Personalmangel, schlechte Arbeitsorganisation, ungünstige Arbeitszeiten, ein schlechtes Betriebsklima, Umstrukturierungen, Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes. Viele Aspekte der Arbeit können zur psychischen Belastung werden.

Stress tritt zum Beispiel dann auf, wenn man unter hohem Zeitdruck wichtige Arbeiten erledigen muss und befürchtet, diese nicht schaffen zu können. Die Folgen: Man kann sich schlecht konzentrieren oder "tritt gedanklich auf der Stelle", kann nicht abschalten, ist gereizt und reagiert aufbrausend. Und: Man macht Fehler, die ohne Stress nicht vorkommen würden. Dauerstress führt zur Erschöpfung und wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus.

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Die Folgen sind vielfältig und zum Teil tiefgreifend.
Die bekanntesten sind: Erschöpfung, Wut und Verärgerung, nicht abschalten können und arbeitsbedingte Depressionen ("Burnout").
Psychische Belastungen können auch körperliche Auswirkungen wie z. B. Rückenleiden, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden zur Folge haben.
Diese gesundheitlichen Auswirkungen sind für viele Beschäftigte ein Problem, die Zahl der Betroffenen nimmt zu.

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Handlungshilfen des LIA.nrw.
Das LIA.nrw hat zahlreiche Handlungshilfen und Informationsmaterialien für unterschiedliche Zielgruppen, teilweise in Zusammenarbeit mit Partnern, entwickelt. LIA.transfer 4 "Erkrankungsrisiken durch arbeitsbedingte psychische Belastung" fasst beispielsweise den gegenwärtigen Stand des Wissens um die Zusammenhänge zwischen psychischen Belastungsfaktoren bei der Arbeit und Erkrankungsrisiken zusammen. Gegenwärtig ist das LIA.nrw zudem am INQA-Projekt "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt" (PsyGA)" beteiligt, in dem es einerseits um die Sensibilisierung von Zielgruppen und die Verbreitung guter Praxisbeispiele und andererseits um die Entwicklung neuer Strategien und Konzepte für kleine Unternehmen geht.

Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie - Arbeitsprogramm Psyche.
Auch im Arbeitsprogramm Psyche der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) ist das LIA.nrw involviert. Ziel des Programms ist es, die betrieblichen Akteure umfassend zu informieren und zu qualifizieren, darunter Unternehmer, Führungskräfte, Personalvertretungen sowie Verantwortliche für den Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Um Gesundheitsstörungen und psychische Erkrankungen im Betrieb zu vermeiden, wird das Arbeitsprogramm Psyche die Unternehmen bei der Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen unterstützen. Hierzu werden flächendeckende Angebote und Instrumente entwickelt, die Betrieben und Beschäftigten ein frühzeitiges Erkennen von psychischen Risikofaktoren leichter machen sollen.
Zum Arbeitsprogramm Psyche


Aktivitäten des LIA.nrw - Langjährige Erfahrung gesammelt.
Das LIA.nrw und seine Vorgängereinrichtungen tragen bereits seit gut zwanzig Jahren dafür Sorge, die psychische Belastung und deren Folgen im Arbeitsschutz zu thematisieren und Praxislösungen zu entwickeln. Dies umfasst z. B. die Entwicklung von Instrumenten zur Unterstützung der Gefährdungsbeurteilung sowie das Aufgreifen psychischer Belastungen im Rahmen landesweiter Schwerpunktaktionen.

KomNet Frage-Antwort-Dialoge zum Thema Psychische Belastungen