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Projekte, Kooperationen und Programme
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Wir über uns

Projekte, Kooperationen und
Netzwerke

Kooperationen und Netzwerke sind unverzichtbar und wichtig, wenn es darum geht vielfältige Kompetenzen "an einen Tisch" zu bringen. Das LIA.nrw ist an verschiedenen Projekten zur Arbeitsgestaltung beteiligt und kooperiert mit vielen Partnern aus Wissenschaft und Praxis.


Ein Projekt des Landesinstituts für Arbeitsgestaltung NRW, der AWO Seniorendienste Niederrhein und des Stadtsportbundes Duisburg.

Die Arbeit in der Altenpflege ist anstrengend. Sie ist durch körperlich schwere Arbeit geprägt und durch den Stress, viele verschiedenen Arbeiten gleichzeitig und in kurzer Zeit erledigen zu müssen. Das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung (LIA.nrw) führt gemeinsam mit der AWO Seniorendienste Niederrhein und dem Stadtsportbund Duisburg das Projekt „aktiv Bewegung pflegen“ durch. In diesem soll, durch den richtigen und konsequenten Einsatz von Hebehilfen sowie durch Bewegungsangebote sowohl für Pflegekräfte als auch für die Bewohnerinnen und Bewohner, die körperliche Belastung der Beschäftigten reduziert werden.

Pflegekräfte sind belastet — sowohl körperlich als auch psychisch. Das ist das Ergebnis repräsentativer Beschäftigtenbefragungen wie z. B. der Befragungsstudie „Gesunde Arbeit NRW 2014“ des LIA.nrw oder dem „BKK-Gesundheitsreport“. Sie leiden unter Beschwerden im Rücken oder den Gelenken, fühlen sich häufig erschöpft und können auch nach der Arbeit oft nicht abschalten. Der anhaltende Fachkräftemangel in der Pflegebranche und der demografische Wandel lassen kaum eine Verbesserung ihrer Situation absehen. Umso wichtiger ist es, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dieser Branche so zu unterstützen, dass sie möglichst lange gesund bleiben und ihre Arbeit mit Freude ausüben können. Das Projekt „aktiv Bewegung pflegen“ testet wie dies durch bewegungsorientierte Maßnahmen und Schulungen zum Einsatz von großen und kleinen Hebehilfen unterstützt werden kann.

Projektpartner des LIA.nrw sind zum einen die AWO Seniorendienste Niederrhein mit zwei Häusern in Duisburg und zum anderen der Stadtsportbund Duisburg (SSB Duisburg). Dieser bietet neben seinen regulären Sportangeboten die Möglichkeit, direkt am Arbeitsplatz im Rahmen einer „aktiven Pause“ und eines Zumba-Kurses aktiv zu werden. Die Angebote sind so koordiniert, das alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit haben regelmäßig daran teilzunehmen. Denn ein Angebot, dass direkt an den Arbeitsalltag angegliedert ist, führt häufiger dazu „den inneren Schweinehund“ zu überwinden als ein Angebot zu dem man sich erst noch auf den Weg machen muss, so die Erfahrung des SSB. Auch die Seniorinnen und Senioren stellen einen Einflussfaktor auf die Arbeitsbelastung dar. Durch Angebote zur Sturzprophylaxe sollen sie selbstständiger und mobiler werden, was wiederum die Belastung der Pflegekräfte reduziert.

Genauso wichtig wie die körperliche Fitness ist der richtige Umgang mit den vorhandenen Belastungen, wie z. B. der richtige Einsatz von Hebehilfen. Diese sind zwar bekannt und in jeder Einrichtung vorhanden, doch ein regelmäßiger Gebrauch findet oft aus Gründen wie „zu umständlich“, „dauert zu lange“ oder „fehlende Routine“ nicht statt. Durch professionelle Schulungen soll dem durch Üben der richtigen Hebetechnik entgegengewirkt werden und ein Bewusstsein für die Notwendigkeit eines regelmäßigen Einsatzes geschaffen werden.

Dass die organisatorische und inhaltliche Planung eines solchen Projekts in der Altenpflege besondere Herausforderungen mit sich bringt, betonen alle drei Partner. Doch die bisherigen Ergebnisse des laufenden Projekt überzeugen: Im Schnitt nehmen 23% der Beschäftigten an den Angeboten teil und die Rückmeldungen der Beteiligten lassen auf eine hohe Akzeptanz schließen. Bereits jetzt steht daher schon fest, dass die Einrichtungen die Bewegungsangebote auch nach Abschluss des Projekts (Ende 2015) weiterführen werden. Mit dem Abschlussbericht zum Projekt ist Anfang 2016 zu rechnen.

Zentraler Wettbewerbsfaktor für die Betriebe ist die die menschengerechte Gestaltung von Arbeit, um kreative, produktive und leistungsbereite Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen beziehungsweise zu halten.
Mit der Landesinitiative "Arbeit gestalten NRW" unterstützt die Landesregierung insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der Einführung und Optimierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements. Durch die Gründung des gleichnamigen Landesbeirats am 15. November 2012 wurde eine breite Allianz von Landesregierung, Sozialpartnern, Sozialversicherungsträgern und Vertretern aus der Gesellschaft geschaffen.

Landesinitiative "Arbeit gestalten NRW"

Ziel des BMBF-Verbundprojekts „BalanceGuard“ ist die inhaltliche und technische Entwicklung und Erprobung eines Assistenzsystems zur ganzheitlichen Erfassung individueller Beanspruchungen von Beschäftigten sowie zum Ausbau betrieblicher und individueller Ressourcen für gesundes Arbeiten. Das Assistenzsystem soll Beschäftigten eine wiederholte Selbstaufschreibung ihrer Belastungen, Beanspruchungen und Ressourcen ermöglichen. So werden Verläufe und Zusammenhänge gesundheitsrelevanter Indikatoren der Arbeitssituation sichtbar gemacht, den Anwenderinnen und Anwendern zurückgespiegelt und mit Handlungsempfehlungen zur Arbeitsgestaltung und Erholung verknüpft. So unterstützt „BalanceGuard“ die Verknüpfung betrieblicher und individueller Präventionsstrategien und stärkt Arbeitsschutz und Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Das Vorhaben "BalanceGuard" wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderprogramms "Arbeiten-Lernen-Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt" vom 01.01.2016 bis zum 30.04.2019 gefördert.

Projekthomepage BalanceGuard

Die zwischen der Bergischen Universität und dem LIA.nrw geknüpfte Kooperation soll insbesondere im Zukunftsfeld „Arbeit und Gesundheit“ vorhandene Ressourcen durch gemeinsame Aktivitäten nachhaltig fördern. Unter anderem sollen durch den engen Austausch gesellschaftlich dringliche Forschungsfragen formuliert und gemeinsam bearbeitet werden, beispielsweise in den Themenfeldern Betriebliches Gesundheitsmanagement, psychosoziale Faktoren in der Arbeitswelt und demografischer Wandel. Darüber hinaus wird der Zugang zu Praktika und praxisnahen Bachelor- und Masterarbeiten verbessert, und durch Lehrveranstaltungen ein kontinuierlicher Austausch ermöglicht.

Bergische Universität Wuppertal

Betriebliche Gesundheitsförderung ist in Deutschland noch viel zu wenig verbreitet. Ziel des Netzwerkes ist es, die Kooperation zwischen allen nationalen Akteuren zu verbessern.

Deutsches Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung

Berichte des LIA.nrw über sicherheitstechnische Bewertungen von Produkten werden in das ICSMS (Information and communication system for pan-european market supervision) eingestellt. Das ist ein internetgestütztes Informations- und Kommunikationssystem zur europaweiten Marktüberwachung von technischen Produkten, in dem Verbraucher Produktionformationen recherchieren und aufgetretene Gefährdungen melden können.

Europäisches Marktüberwachungssystem ICSMS


Das Verbundprojekt "Innovation und demografischer Wandel im Gaststätten- und Hotelgewerbe" (INDIGHO) hat das Ziel, die Beschäftigungs- und Innovationsfähigkeit von Erwerbstätigen und Unternehmen im Gastgewerbe zu fördern. Es sollen Wissenslücken zu demografischen Veränderungen in der Branche geschlossen werden. Gemeinsam mit Unternehmen und Beschäftigten werden alltagstaugliche Lösungen zur lebensphasenorientierten Arbeitsgestaltung entwickelt und erprobt.

In diesem Verbundprojekt arbeitet LIA.nrw gemeinsam mit der Sozialforschungsstelle Dortmund (sfs) und der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN).

Verbundprojekt INDIGHO

KomNet - Kompetenznetze NRW - ist ein Verbund von Experten verschiedener Behörden, Beratungsunternehmen und Universitäten, die ihr Wissen für die Beantwortung von Fragen und die Aktualisierung und Erweiterung einer frei recherchierbaren Wissensdatenbank zu Themen rund um Arbeit und Arbeitsschutz zur Verfügung stellen

KomNet

Betriebliche Umsetzung des Risikokonzeptes bei Tätigkeiten mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK)

Das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) führte von  Februar 2013 bis  September 2015  gemeinsam mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und dem Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IPA) ein Projekt zur Verbesserung des Arbeitsschutzes an Arbeitsplätzen mit hoher Exposition gegenüber polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) durch.

Aufgrund des erhöhten Risikos bei einem krebserzeugenden Gefahrstoff der Kategorie 1 ist zeitnahes Handeln zum Schutz der Beschäftigten gefragt. Das LIA.nrw unterstützt durch dieses Projekt insbesondere kleinere und mittlere Betriebe bei der Umsetzung des Risikokonzepts der „Bekanntmachung zu Gefahrstoffen 910“ (BekGS 910), inzwischen in den Rang einer TRGS erhoben (TRGS 910), die die Pflichten nach § 10 Abs. 1 der Gefahrstoffverordnung konkretisiert. Dieses Konzept verfolgt das Ziel einer Minimierung der Expositionen gegenüber krebserzeugenden Gefahrstoffen und somit des Krebsrisikos. Somit ist das Konzept nunmehr verbindlich für alle Betriebe, in denen Beschäftigte krebserzeugenden Gefahrstoffen ausgesetzt sind.

Ziel des Projektes war es, das Ausmaß der Belastungen mit PAK durch die berufliche Tätigkeit zu ermitteln und in Zusammenarbeit mit den betrieblichen Arbeitsschutzexperten, insbesondere den Betriebsärzten und Sicherheitsfachkräften, wirksame Schutzmaßnahmen und praktikable Wege zur deren Umsetzung abzuleiten. Zur Überprüfung der Wirksamkeit der durchgeführten Arbeitsschutzmaßnahmen wurden zu Beginn des Projekts sowie jeweils nach 2, 6, 12, 18 und 30  Monaten nach mehreren vorangegangenen Arbeitsschichten Messungen der inneren Belastung (Biomonitoring) durchgeführt. Messungen in der Luft (Ambient Monitoring) erfolgten zu Beginn sowie nach 12,  18 und 30 Monaten.

Als Ergebnisse des Projekts zeigten sich, nach anfänglich hohen, im Einzelfall sehr hohen Werten bei den Messungen der inneren Belastung wie auch in der Luft, im Studienverlauf deutliche Verminderungen der PAK-Belastung. Im Zusammenspiel mit dem Biomonitoring konnte somit das Risikokonzept erfolgreich umgesetzt werden.

Trotz vorhandenem Know-how in Sachen Gesundheitsförderung ist nach wie vor die Zahl der Unternehmen begrenzt, die das Potenzial betrieblicher Gesundheitsförderung nicht nur erkennen, sondern auch gewinnbringend für die Beschäftigten einsetzen.

psyGA bündelt das vorhandene Know-how, bereitet es für die verschiedenen Bereiche der Arbeitswelt auf und macht es mit Hilfe erfahrener Kooperationspartner bekannt. Entwickelt werden hierzu Maßnahmen, um Entscheidungsträger und wichtige Multiplikatoren für das Thema zu sensibilisieren.

 Projekt psyGA

Lastenpedelecs erfreuen sich aufgrund des Kundenwunschs nach einer immer schnelleren Lieferung der bestellten Waren  und der Fahrverbotszonen für PKWs in den Innenstädten einer steigenden Beliebtheit in der gewerblichen Nutzung. Zustellerinnen und Zusteller – egal ob Postbotin oder Pizzalieferant- müssen mit ihnen nicht so fest in die Pedale treten und können Kräfte sparen. Mit der Verwendung von Lastenpedelecs werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aber auch Vibrationen ausgesetzt.

Nach dem Arbeitsschutzgesetz ist die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu beurteilen und mithilfe der von den Herstellern angegebenen Vibrationsemissionsdaten entsprechende Einsatzzeiten und -bedingungen festzulegen. So soll eine Gefährdung der Beschäftigten ausgeschlossen werden. Derzeit sind jedoch keine speziell auf Pedelecs anwendbaren Messvorschriften (z. B. in Typ-C-Normen) zur Ermittlung von Hand-, Arm- und Ganzkörperschwingungen vorhanden.

Im Projekt „Vibrationen an Lastenpedelecs“ arbeiten Expertinnen und Experten zusammen, um zu ermitteln, ob von den Vibrationen, die durch die Verwendung der Lastenpedelecs auftreten, eine Gesundheitsgefahr ausgeht. Dazu wird ein Messverfahren entwickelt und erprobt, um repräsentative Belastungen durch Hand-, Arm- und Ganzkörperschwingungen bei der Verwendung dieser Fahrzeuge ermitteln und bewerten zu können. Die Lastenpedelecs werden auf verschiedenen Strecken – wie beispielsweise Kopfsteinpflaster und Asphalt - mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten getestet.

Darüber hinaus werden im Projekt Erkenntnisse über den Einfluss von technischen Randbedingungen auf Vibrationsbelastungen ersichtlich gesammelt. Hier wird insbesondere untersucht, welche Faktoren Vibrationen minimieren und welche zu höheren Vibrationswerten führen können. Zur Sicherstellung reproduzierbarer Ergebnisse soll auch geprüft werden, ob ein Laborverfahren zur Ermittlung der Vibrationen technisch realisierbar ist.

Beteiligt sind neben dem Landesinstitut für Arbeitsgestaltung Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf) die Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekomunikation (Hamburg), die Firma PAConsult GmbH (Hamburg), die Technische Universität Hamburg-Harburg (Hamburg) und die Firma velotech.de GmbH (Schweinfurt).