Zahl des Monats Mai 2026 – Anfragen bei KomNet
60.000
Bei KomNet können Sie Ihre Fragen rund um die Themen Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit stellen – online, anonym und kostenlos. In diesem Jahr wurde die 60.000 Anfrage eingereicht. Ein Grund, sich den Beratungsservice der Arbeitsschutzverwaltung NRW einmal genauer anzuschauen.
Bei KomNet, Abkürzung für „Kompetenznetzwerk Arbeitsschutz NRW“, können Arbeitgebende, Beschäftigte oder Privatpersonen seit 1998 ihre Fragen stellen – zum Beispiel zu Themen wie dem Mutterschutz, der Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung oder Arbeitsplatzgestaltung. Für die Beantwortung stehen mehr als zweihundert Expertinnen und Experten bereit.
Die meisten Anfragen kommen zu folgenden Themenbereichen:
- 21,3 Prozent zu Arbeitsplätzen/Arbeitsstätten
- 18,8 Prozent zur Arbeitsschutzorganisation
- 13,6 Prozent zu Arbeitsmitteln
Mittlerweile sind 60.000 Anfragen bei KomNet eingegangen.
Hausinterne Fachgruppe und externe Fachpersonen beantworten alle Fragen
Diese Anfragen werden im Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen (LfGA NRW) bearbeitet. Innerhalb unseres Hauses ist die Fachgruppe „Qualifizierung und Wissenstransfer der ASV“ für KomNet zuständig. Sie betreibt das Kompetenzcenter und ist damit zentraler Anlaufpunkt. Die Fachgruppe sichtet und kategorisiert alle eingehenden Anfragen. Im Anschluss beantworten die Mitarbeitenden die Fragen direkt im Kompetenzcenter oder geben sie an Expertinnen und Experten weiter.
Diese kommen überwiegend aus der Arbeitsschutzverwaltung aus unserem Bundesland. Weitere Expertinnen und Experten sind von den Berufsgenossenschaften, Unfallversicherungen und Arbeitsschutzverwaltungen anderer Bundesländer. Das Netzwerk umfasst mehr als 200 Personen, die ehrenamtlich bei KomNet mitarbeiten.
Aus dem LfGA NRW unterstützen fachlich außerdem noch Kolleginnen und Kollegen aus den Abteilungen 6 und 7. Mitarbeitende aus der Abteilung 1 helfen zudem beim Aufbau und Erhalt der technischen Infrastruktur sowie bei der Vertragsgestaltung mit unseren Dienstleistern.
Top 4 der Dialoge aus dem Jahr 2025
Besonders interessante Fragen veröffentlicht unsere Fachgruppe in anonymisierter Form auf der Webseite. Dort befinden sich aktuell 5.146 Dialoge. Pro Jahr gibt es, seit 2020, mehr als vier Millionen Dialogabrufe.
Im vergangenen Jahr wurden folgende Dialoge am meisten aufgerufen:
- Wie lange darf ich als LKW-Fahrer pro Tag maximal arbeiten, wenn noch weitere Arbeiten anfallen können? (13.566 Aufrufe)
- Müssen ortsfeste Regale gekennzeichnet und regelmäßig geprüft werden? (13.383 Aufrufe)
- Muss der Arbeitgeber die Kosten zur Beschaffung einer Bildschirmbrille tragen (Fahrtkosten zum Optiker, Freistellung der Arbeitszeit)? (10.262 Aufrufe)
- Kann der Arbeitgeber bei vier Stunden Arbeitszeit eine Pause anordnen? (10.223 Aufrufe)
Auf monatlicher Basis sind die Abfragen von aktuellen Ereignissen geprägt. So lautete ein Top-Dialog im April etwa: Kann durch einen Feiertag der uns im Einzelhandel innerhalb einer 6-Tage-Woche zustehende freie Tag halbiert werden?
Fazit: Mit KomNet hat NRW gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden einen Beratungsservice geschaffen, der Fachwissen für alle verfügbar macht.
Entstehungsgeschichte von KomNet
Seinen Anfang nahm KomNet bereits 1993. Vor 33 Jahren konzipierten das Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie an der Bergischen Universität in Wuppertal mit Unterstützung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) und der Europäischen Union ein Experten- und Beratungsnetzwerk.
1997 lief KomNet als Pilotprojekt an. Zuständig waren damals die Landesanstalt für Arbeitsschutz und das Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie. Außerdem waren Partnerinnen und Partner wie die AOK Westfalen-Lippe und IKK Südwestfalen daran beteiligt. Sie berieten persönlich in Beratungsstellen oder auch per Telefon und Fax. Diese Beratungen wurden gesammelt, dokumentiert und zunächst auf einer Webseite als Dialoge zur Verfügung gestellt. Die Webseite wurde dann nach und nach zum heutigen Portal ausgebaut.
1998 ging KomNet offiziell als ein Beratungsservice der Landesverwaltung an den Start. Das Land NRW finanziert ihn. Eingesetzt wird er in den Bereichen Arbeitsschutz und Gesunde Arbeit. Das LfGA NRW betreibt KomNet im Auftrag des MAGS.