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Zahl des Monats Juli 2026 – IMIS-Übung

80

Im Ernstfall schnell handeln zu können – das haben die Strahlenschützerinnen und Strahlenschützer des LfGA NRW im Juli geübt. Vom 13. bis zum 17. Juli haben wir an der bundesweiten IMIS-Übung teilgenommen. Ziel war es, die Radioaktivität in der Umwelt zu überwachen. Anlass war ein fiktives Szenario des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS): eine unfallbedingte Freisetzung radioaktiver Substanzen in Tschechien. Auch in NRW wurden daraufhin Messungen vorgenommen und insgesamt 80 Proben analysiert.

Für unsere Strahlenschutzdienste hieß es: an unterschiedlichen Orten Proben nehmen, ins Labor bringen, dort untersuchen und auswerten.

Denn in der sogenannten „IMIS-Übung des Intensivbetriebs zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt“ wird getestet, ob bundesweit alle zuständigen Stellen vorbereitet und handlungsfähig sind, wenn ein nuklearer Unfall passiert. Die Strahlenschutzdienste überprüfen, was gefahrlos gegessen werden kann, welche Gebiete betreten werden können und welche Weiden sicheres Tierfutter bieten. Für sichere Informationen müssen die Abläufe bei den zuständigen Stellen von der Probensammlung bis zur Dateneingabe klar geregelt und routiniert sein.

Genau diese Abläufe stellt die IMIS-Übung, ausgerichtet vom Bundesumweltamt, auf die Probe. Das Integrierte Mess- und Informationssystem (IMIS) des BfS erfasst zentral alle erhobenen Messdaten zur Umweltradioaktivität, wertet sie aus und stellt sie dar. Auf ihrer Grundlage werden Prognosen aufgestellt und Entscheidungen zum Schutz der Bevölkerung getroffen.

Der Weg einer Probe

Zur Probenahme von sogenannten Umweltmedien wie Gras und Trinkwasser rückten die LfGA-Mitarbeitenden selbst aus. Dafür waren sie in im Regierungsbezirk Düsseldorf unterwegs, unter anderem auf einer Streuobstwiese in Wuppertal oder am Wasserwerk Glüder in Solingen. Lebensmittel wie Blattsalate, Fenchel und Zwiebeln oder auch Kuhmilch lieferten die zuständigen Ämter aus den Kreisen und Städten.

Im Labor nahmen die Beschäftigten die Proben in Empfang, registrierten sie und bereiteten sie für die Messung vor. Dafür säuberten und zerkleinerten sie die Lebensmittel und füllten sie in spezielle Messgefäße um.

Die vorbereiteten Proben wurden dann nach und nach zur Analyse auf Germanium-Detektoren platziert. Einige Lebensmittel wurden zudem chemisch aufbereitet und per Strontium- und Alpha-Messung untersucht. Anschließend wurden die Ergebnisse ins IMIS übermittelt.

An jedem Tag der Übung wurden neue Proben gezogen, um den aktuellen Stand der potenziellen radioaktiven Belastung zu prüfen. Insgesamt wurden 80 Proben verarbeitet, gemessen und gemeldet, die alle keine auffälligen Werte aufwiesen. Dr. Clemens Scholl, der die Übung hauptverantwortlich betreute, fasste zusammen: „Wir waren gut vorbereitet, alles lief dank sehr guter Teamarbeit wie geplant und flott ab. Unsere Ergebnisse haben wir binnen 24 Stunden nach Probenahme an das Integrierte Mess- und Informationssystem IMIS des Bundes übermittelt – so tragen wir dazu bei, dass die Verantwortlichen dort im Ernstfall schnelle und sichere Entscheidungen treffen können.“