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Strahlenschutz

Sachverständige nach § 4a RöV und
§ 66 Abs. 1 StrlSchV

Das LIA.nrw bestimmt als zuständige Behörde in NRW Sachverständige für die technische Prüfung von Röntgeneinrichtungen nach § 4 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 einschließlich der Erteilung der Bescheinigung und für die Prüfung von Röntgeneinrichtungen und Störstrahlern nach § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 sowie nach § 66 Abs.1 StrlSchV.

Die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) ist eine deutsche Verordnung innerhalb des Atomrechts. Rechtsgrundlage ist § 54 Atomgesetz.

Ionisierende Strahlung kann z. B. durch Röntgenanlagen und Beschleuniger künstlich erzeugt werden. Um Beschäftigte, Patienten und Dritte vor den Schäden durch ionisierende Strahlung zu schützen, werden diese Anlagen durch Sachverständige vor Beginn des Betriebes als auch später in regelmäßigen Abständen einer Prüfung auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften hin unterzogen.

An einen Sachverständigen werden besondere Anforderungen hinsichtlich seiner Ausbildung, Berufserfahrung, Eignung, Einweisung in die Sachverständigentätigkeit, seines Umfangs an Prüftätigkeit und seiner sonstigen Voraussetzungen und Pflichten, insbesondere seiner messtechnischen Ausstattung, sowie seiner Zuverlässigkeit und Unparteilichkeit gestellt. Als Sachverständiger darf nur bestimmt werden, wer unabhängig ist von Personen, die an der Herstellung, am Vertrieb oder an der Instandhaltung von Röntgeneinrichtungen oder Störstrahlern beteiligt sind.

Zu den Aufgaben des LIA.nrw gehört auch die Aufsicht über die nach § 4a RöV und § 66 Abs. 1 StrlSchV im Land NRW bestimmten Sachverständigen.

Die RöV schreibt dem Betreiber einer Röntgenanlage eine Prüfung vor Aufnahme des Betriebes und wiederkehrende Prüfungen zur Kontrolle der technischen Beschaffenheit und ordnungsgemäßen Funktion der Anlage vor. Die Prüfung orientiert sich an der bundeseinheitlichen "Richtlinie für Sachverständigenprüfungen nach der Röntgenverordnung" und der "Richtlinie zur Durchführung der Qualitätssicherung bei Röntgeneinrichtungen zur Untersuchung oder Behandlung von Menschen nach den § 16 und § 17 der RöV (QS-RL)".

Eine Prüfpflicht gilt auch für genehmigungspflichtige Störstrahler nach § 5 RöV.

Die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) regelt u.a. den Umgang mit offenen und umschlossenen radioaktiven Stoffen. Ein großes Tätigkeitsfeld der Sachverständigen ergibt sich aus dem § 66 dieser Verordnung.  Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlen und Bestrahlungsvorrichtungen sowie Geräte für die Gammaradiographie müssen hiernach regelmäßig überprüft werden.
Die Dichtheit umschlossener radioaktiver Stoffe, die in unterschiedlichsten Anlagen hauptsächlich im industriellen Bereich eingesetzt werden, muss je nach Nuklid und Aktivität gemäß der "Richtlinie über Dichtheitsprüfungen an umschlossenen radioaktiven Stoffen" in vorgegebenen Zeiträumen kontrolliert werden.

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